Zocken im Museum

Szene

 

Wer sich einmal quer durch die Geschichte des Videospiels arbeiten, Moment, besser passt eigentlich „daddeln“ möchte, kann das noch bis zum 23.04.2017 im MKG tun.

Das Videospiel ist salonfähig. Obwohl die Games-Szene eine zeitgenössische Kunstform ist, die viel zu lange nicht als solche wahrgenommen oder gewürdigt wurde. Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe macht dabei mit vielen Vorurteilen Schluss und lädt ein zum Zocken. Es kommt bestimmt nicht so oft vor, dass Kinder ins Museum wollen. Ganz davon zu schweigen, dass sie sich dann nicht mehr von den Exponaten losreißen können. Wobei Kinder hier ein sehr dehnbarer Begriff und schon gar kein Kriterium für das Alter der Besucher ist. Denn hier wird jeder wieder Kind. 40 Jahre Videospiele werden hier aufgereiht und spielbar gemacht.

Zu Pferd, im Auto und mit Gitarre

Fast jedes Genre wird gezeigt, allein die Ego-Shooter kommen kurz. Das macht aber nichts, denn die Ausstellung lebt auch davon die Altersfreigabe nicht auszureizen und für alle etwas zu bieten. Neben der Möglichkeit die Spiele zu testen kann man sich auch zu jedem Spiel Concept-Art und Skizzen anschauen. Außerdem kommen die Designer, Produzenten und Autoren selbst in Videos zu Wort. Die Hamburger Szene kommt auch zu Wort, die Indie-Szene wird aufgezeigt und ein Ausblick auf die Zukunft der Spieleindustrie wird auch gegeben. Eine Ausstellung für Nerds, Geeks aber auch Noobs.

 
GAME MASTERS // 28.10.2016.-23.04.2017 // Museum für Kunst und Gewerbe // Steintorplatz, 20099 Hamburg

 

Let´s get ready to Rhetorik!

Szene

 

Morgen Abend am 26.11. um 19:30 wird auf Kampnagel ein Theaterstück der etwas anderen, härteren Gangart aufgeführt, das „Really Useful Theater“.

Kann das moderne Theater noch politisch sein und kann die Kunst in unserer Welt überhaupt etwas bewegen? Inwiefern kann Kunst auf das Leben und die Gesellschaft einen Einfluss haben? Ist Theater und Kunst Unterhaltung oder Aufklärung. Oder einfach beides? Diese und noch viel mehr Fragen beschäftigt morgen eine illustre Runde im Kampnagel. In den Ring treten dabei:

Showcase Beat Le Mot, God’s Entertainment, Hajusom und cobratheater.cobra; Amelie Deuflhard, Christine Ebeling, Sabina Dhein, Larry Moore Macaulay, Kathrin Tiedemann und Franziska Werner.

Ein Theater über das Theater

Die Kuratorin Stefanie Wenner und der Theatermacher Thorsten Eibeler haben schon mit „DRECK“ einen theatral-diskursiven Ansatz verfolgt und bauen diesen hier weiter aus. Unter der Moderation von Sibylle Peters und Martin Jörg Schäfer wird dabei versucht die Komfortzone des Theaters und auch des Zuschauers auszuloten. Was kann Theater erreichen. Ein spannender verbaler Kampf zwischen Nützlichkeit und Freiheit der Kunst von und mit der Hamburger Kunstszene.

„Really Useful Theater“ // 26.11. um 19:30 // Kampnagel, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg

 

Klassische Moderne Musik

Musik

 

Neben hochkarätigen internationalen Ensembles  der neuen Musik stehen auch eine Reihe Hamburger Künstler bei „Greatest Hits“ auf der Bühne. 17. – 20.11. auf Kampnagel

Wer es mag, wenn Radiergummis den Klang von Klavieren verfremden oder wenn eine Musik scheinbar ohne Melodie auskommt, der fühlt sich beim Festival für zeitgenössische Musik so richtig wohl. Bei der 4. Ausgabe von „Greatest Hits“ wird der besondere Fokus auf die Musikpioniere und Freunde John Cage und Morton Feldman gelegt. Aus dem umfangreichen Repertoire von Cage wird Four6, A House full of Music, Fifty-Eight, Sixteen Dances for Soloist and Company of Three, Sonatas and Interludes von verschiedenen Ensembles aufgeführt. Von seinem langjährigen Freund und Wegbereiter Feldmann kann man Stuctures for String Quartet, Durations 2, Rothko Chapel, Streichquartett Nr. 2.

Make Hits greatest again

Die USA sind somit das zentrale Thema der diesjährigen Ausgabe von „Greatest Hits“. Sie sind schließlich ja auch das Heimatland des Hits, zumindest was den Begriff angeht. Die Zusammenarbeit von Kampnagel, Elbphilharmonie und dem NDR verspricht eine aufregende Reise durch das Schaffen der beiden Komponisten. Die Reisegefährten sind dabei internationale und Hamburger Künstler. Viele hochkarätige Musiker, darunter das „ Ensemble Musikfabrik“, das „Ensemble Intercontemporain“ und das „Ensemble Resonanz“ oder Instrumentalisten aus dem „Klub Katarakt“ und der „NDR Chor“. Eigentlich ist es egal zu welchem Konzert man geht, man kann nicht enttäuscht werden.

„Greatest Hits“ // 17.11. -  20.11 // Tickets // Kampnagel, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg

 

Von Menschen, Puppen und dem Tierischen

Theater

 

Das Figurentheater für Erwachsene „Bühne Cipolla“ tritt am 12.11. im Haus Flachsland mit„Bestie Mensch“ auf - einer Geschichte, die alt und doch aktuell ist.

Puppentheater klingt zuerst sehr nach Kinderprogramm. Hört man dann den Titel „Bestie Mensch“ kommt man kurz ins Grübeln. Aber spätestens beim Inhalt sind alle Zweifel weg. Denn die Vorlage für das Stück lieferte Emile Zola mit seinem 1890 erschienenen Kriminalroman „Das Tier im Mensch“. Und auch wenn der Roman schon über hundert Jahre alt ist, das behandelte Thema hat an Aktualität nichts eingebüßt.

Jeder ist sich selbst der Nächste

Ausgehend vom Ausbau der Eisenbahnen, was bei Zola stellvertretend für die Industrialisierung steht, beschreibt das Stück die Entfremdung des Menschen von sich selbst und der Natur. Die Gesellschaft wird kälter, emotionsloser. In dieser Situation will sich der Eisenbahner Roubaud mit seiner Frau Severine zurechtfinden. Aber es ist nicht einfach, denn der Mensch bleibt Tier, bleibt Bestie. Aber nicht nur das Thema ist interessant auch die Machart der Puppen passt hervorragend zu dem Stück und seiner Aussage.

„Bestie Mensch“ // Tickets //12.11. um 20 Uhr im  Hamburger Puppentheater im Haus Flachsland