Abbilder von morgen

Foto: Phillip Toledano

18.06. – 28.06.: Bei der 6. Triennale der Photographie wimmelt es an illustren Orten der Stadt nur so von hochkarätigen Ausstellungen, diversen Selber-Knips-Welten und Möglichkeiten, internationalen Fotografen zu begegnen.

Wie verändert sich das Medium Fotografie in der Zeit des digitalen Wandels, wie verändern sich Stadtbilder, was passiert mit einem Menschen im Alterungsprozess. Unter dem Motto „The day will come“ widmet sich das Festival den vielschichtigen Prozessen und Dimensionen rund um „Zukunft“.

Phantome der Zukunft und Abgründe der Vergangenheit

Wie könnte meine Zukunft aussehen, welche Krankheiten werde ich wahrscheinlich bekommen, was wäre, wenn ich ein gescheiterter Büroangestellter wäre… In seiner Serie „Maybe“ versetzt sich der New Yorker Fotograf Phillip Toledano in mögliche Zukunftsszenarien und lässt sich mal als Übergewichtiger, als erfolgreicher Geschäftsmann oder als im Rollstuhl sitzender Greis fotografieren. Ebenso eindringlich und persönlich wie dieses Projekt sind auch seine weiteren Arbeiten. Sehr sensibel dokumentiert er das letzte Jahr seines an Demenz erkrankten Vaters oder visualisiert die Auswirkungen der Dotcom-Blase: in Downtown Manhattan fotografiert er leerstehende Bürogebäude mit dem Fokus auf liegengelassenen persönlichen Gegenständen: eine Socke oder vertrocknete Pflanzen. Die Ausstellung „The day will come when man falls“ ist noch bis zum 06.09. in den Deichtorhallen zu sehen. Sie impliziert auch eine thematisch fein abgestimmte Gruppenausstellung aus der Sammlung F.C.Gundlach.

Komm mit – spielen

Selber Fotograf spielen und sich auf dem „Olympus Photographie Playground“ austoben, können Fotophile im Oberhafenquartier. Im ehemaligen Güterbahnhof besteht die Möglichkeit kostenfrei eine Kamera auszuleihen und dann durch die visuellen Szenarien zu wandeln, die eigene Kunstfertigkeit zu trainieren, zu entdecken, zu knipsen und Spaß zu haben! Die internationalen Künstler Leight Sachwitz und Andi Toma haben dafür eine faszinierende Welt aus Licht und Schatten kreiert.

Vom Winde verweht

Bärenabwehrspray, Schmuck in einer Socke, der Nachweis über die Kündigung der Krankenkasse – das oder Ähnliches kann man entdecken, wenn man einen der zurückgelassenen Seemannskoffer bei der alle Jahre stattfindenden Auktion des Hamburger Seemannsheim ersteigert. Die Fotografin Nele Gülck hat diese Gegenstände aus ihrem Vergessensein herausgeholt, inventarisiert und unter dem Titel „Wann die Winde heimwärts wehen“ fotografisch festgehalten. In dem kleinen Ausstellungsraum der Galerie Genscher kann man vor allem auf den Spuren des unbekannten charismatischen H. Schack wandeln. Eine spannender Fährte in die persönliche Vergangenheit eines unbekannten Seemanns.

An 50 Ausstellungsorten und bei einer Vielzahl von Veranstaltungen – Künstlergesprächen, Filme, Rundgänge, Mitmachangebote – heißt es bis zum 28.06. noch Foto meets Future! Eine detaillierte Programmübersicht finden Sie hier.  

Pauline (Kulturredaktion)

Autor des Artikels: Pauline (Kulturredaktion)

Pauline (29) heißt im echten Leben Katharina Scheuermann und ist vor zwei Jahren aus der fränkischen Provinz nach Hamburg gezogen. Sie arbeitet als Texterin und pflegt ein eigenes kleines Modelabel. Pauline mag klassische Musik, modernes Theater, trauriges Kino, abgedrehten Humor und die kleinen Haubentaucher in der Alster. Als rasende Reporterin ist sie immer auf der Suche nach neuen Formen von Kunst und Kultur.

Verwandte Artikel

Ihre Ergebnisliste wird geladen...
Bitte haben Sie einen Moment Geduld.

Ihr Hamburg Tourismus Team