Dicker Rauch – wenige Pinselstriche

Foto: Dirk Dunkelberg

Schlepper, qualmende Dampfer, Duckdalben, Schauermänner: In der Kunsthalle werden die Hamburger Bilder Emil Noldes und seine stete Faszination für Wasser- und Hafenmotive gezeigt.

Der Künstler Emil Nolde (1867-1956) wohnte den Großteil seines Lebens in der Nähe des Meeres. Aufgewachsen im heute zu Dänemark gehörenden Buhrkall, verbrachte er lange regelmäßige Aufenthalten in der Südsee, zwei Jahren auf der Ostseeinsel Alsen und den Großteil seines Lebens auf dem Schleswig-Holsteinischen Anwesen in Seebüll. Wirklich gelebt hat er zwar nie in Hamburg, aber er landete Immer wieder für einige Tage in der Hansestadt an der Elbe. Nicht nur wegen der Hafenkulisse – der Künstler fand ab 1907 in Hamburg begeisterte Förderer und Sammler sowie Galerien, die seine Werke ausstellten.

Lärm und Leben

Mit wenigen Pinselstrichen bringt er kleine Dampfer und tänzelnde Schlepper auf das Papier. Nähert man sich den Bildern, sind die Motive kaum mehr zu erkennen. Aber mit dem richtigen Abstand sieht man in den wenigen Linien und Kringeln den qualmenden Schornstein eines Dampfers, die leichte Schräglage eines Schiffes oder den Kampf eines kleinen Bootes gegen die Wellen. Ungefähr 100 Bilder zeugen von dem (künstlerischen) Impuls, der von der Elbe auf den Maler überging. Er verbrachte seine Zeit in Hamburg stets malend, in St. Pauli mit Blick auf das muntere Treiben am Hafen. Seine Bilder waren gewaltige Abbilder des Lebens und der Natur. Er schrieb: „Die entstandenen Radierungen hatten Lärm und Tosen, Rausch und Rauch und Leben“.

Hafen der Kunst

Der zweite Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Rolle Hamburgs als Geburtsstadt seines künstlerischen Erfolgs. Das Verdienst der Galerie Commeter, die 1907 die erste Nolde-Ausstellung zeigte, lässt sich anhand von diversen Dokumenten nachvollziehen. Auch die mehrere Jahrzehnte andauernde Verbindung zwischen der Hamburger Kunsthalle und dem Künstler wird hier chronologisch und anhand der gekauften Bilder veranschaulicht. In diesem Teil der Ausstellung zeigt sich Noldes typische Farbgewalt und seine unglaubliche Vielseitigkeit in Bezug auf Stile, Techniken und Themen.

Die Ausstellung läuft bis Februar 2016 in der Hamburger Kunsthalle. Nähere Informationen gibt es hier.

Pauline (Kulturredaktion)

Autor des Artikels: Pauline (Kulturredaktion)

Pauline (29) heißt im echten Leben Katharina Scheuermann und ist vor zwei Jahren aus der fränkischen Provinz nach Hamburg gezogen. Sie arbeitet als Texterin und pflegt ein eigenes kleines Modelabel. Pauline mag klassische Musik, modernes Theater, trauriges Kino, abgedrehten Humor und die kleinen Haubentaucher in der Alster. Als rasende Reporterin ist sie immer auf der Suche nach neuen Formen von Kunst und Kultur.

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