Kleine Theater ganz groß

Foto: Marianne Menke

Ausgewählte Stücke aus ganz Deutschland: An verschiedenen Hamburger Bühnen finden noch bis zum 28. Juni die Privattheatertage statt

Staats- und Privattheater – das ist ein sehr unterschiedliches Paar, zumindest auf den ersten Blick. Die einen werden geachtet und gefürchtet, von den Feuilletons vielseitig diskutiert. Die anderen haben eine treue Fangemeinde, werden aber bezüglich der Qualität ihrer Stücke oft belächelt. Dass auch die kleinen Privattheater große Kunst zustande bringen können, auch wenn sie weniger Mittel dazu haben, als die Staatstheater, weiß Axel Schneider, unter anderem Intendant bei den Hamburger Kammerspielen. Zusammen mit weiteren Fachkundigen reiste er ein Jahr lang durch ganz Deutschland, um die besten Privattheater-Stücke aufzuspüren und nach Hamburg zu holen.

Bei den Privattheatertagen sind in diesem Jahr 12 Inszenierungen zu sehen, unter anderem aus Berlin, Ravensburg, Stuttgart, Bremen und Tübingen. Unterteilt sind die Stücke in die Kategorien „Komödie“, „Zeitgenössisches Drama“ und „(Moderner) Klassiker. Passenderweise werden sie an verschiedenen kleineren Bühnen der Stadt gezeigt, unter anderem im Altonaer Theater, den Hamburger Kammerspielen im Grindelviertel und dem Lichthof Theater in Bahrenfeld. Eine halbe Stunde vor Beginn des Stückes, gibt es die Möglichkeit, dem künstlerischen Team hinter den Stücken Fragen zu stellen und so Theaterschaffende aus ganz Deutschland kennenzulernen. Am Ende wird das beste Stück mit dem Monica-Bleibtreu-Preis ausgezeichnet, auf den auch die Zuschauer Einfluss nehmen können, indem sie nach jeder Vorstellung abstimmen.

Unter anderem kommen folgende Stücke in den nächsten Tagen auf die Bühne:

Zeitgenössisches Drama: Fast Perfekt (An Almost Perfect Thing) vom Teamtheater Tankstelle aus München: Die Geschichte einer Entführung aus der Perspektive eines verschwundenen und zurückgekehrten Mädchens. Eindringlich und psychologisch vielschichtig.22. Juni, Ohnsorg Theater, 20 Uhr

(Moderner) Klassiker: Anton Tschechow: Einakter vom Bremer Figurentheater und der bremer shakespeare company. Hintergründige kleine Geschichten voll feinem Humor, performt von Puppen und Menschen.
23. Juni, Hamburger Kammerspiele, 20 Uhr

Komödie: Nicki und Willy oder wie Rainer Maria an die Front kam: Uraufführung des Zimmertheaters Tübingen: Lachen, um den Wahnsinn zu ertragen – Groteske rund um den Ausbruch des Ersten Weltkriegs.
27. Juni, Lichthof Theater, 18 Uhr

Katharina (Kulturredaktion)

Autor des Artikels: Katharina (Kulturredaktion)

Katharina (30), arbeitet als freie Journalistin in Hamburg. Sie liebt es, in die Vielfalt des Hamburger Kulturlebens einzutauchen und in den Kontrasten zu baden. Sie betrachtet die Welt vorzugsweise durch eine poetische Brille und hat eine Schwäche für gut erzählte Geschichten, melancholische Musik und alles Romantische.

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