Neue Impulse

Foto: Nino Parno

Einblicke in die Lebenswelt junger MigrantInnen beim KRASS Festival auf Kampnagel

 „Wir sollten uns nicht auf Parolen wie „Refugees Welcome“ und deutsche Willkommenskultur beschränken sondern tiefe Dankbarkeit aussprechen für die Erkenntnisse, die mit den Geflüchteten nach Europa gekommen sind,“ findet Branko Šimić. Der Theatermacher stammt aus Bosnien und leitet seit vier Jahren das KRASS Festival auf Kampnagel, auch Kultur Crash Festival genannt. Künstler, die einen Migrationshintergrund haben, wird hier eine Plattform gegeben, die Welt aus ihrem Blickwinkel zu zeigen. Angesichts der momentanen Situation drehen sich Musik, Theater und Tanz Performances in diesem Jahr vor allem um das Thema Flucht und Vertreibung. Noch bis zum 6. März gibt es interessante Programmpunkte:

So ist unter anderem das Stück „Endless Hospitality“ der iranischen Theaterautorin Afsane Ehsandar zu sehen, die erst seit rund 14 Monaten in Deutschland lebt und nach einem Integrationskurs ganz allein das Stück „Endless Hospitality“ in deutscher Sprache verfasst hat. Es zeigt in überspitzter Form, wie die Fluchterfahrung Menschen formt und verändert, und welche neuen Probleme sie erwarten, wenn sie in Deutschland ankommen.

Die Hamburger Gruppe Follown zeigt mit „Die Herren des Wahnsinns“ eine Szenencollage aus Theater, Film und Tanz, mit der sie zeigen wie Bedrohung und Angst konstruiert werden. Aus der traumatischen Erfahrung des Kolonialismus heraus wurden verrückte Geister geboren, die Europa und die Kampnagelbühne aufsuchen werden.

Um die Situation der Roma, also von geflüchteten Menschen aus sogenannten „sicheren Herkunftsländern“, dreht sich der Abend „Roma Protest“. Roma-KünstlerInnen beleuchten anhand verschiedener Ausdrucksformen die Abschiebemethoden, ihre Identität in der alten und neuen Heimat, das Gefühl der Bedrohung und die politische Situation.

Wild wird sicher die Urban Dance Battle am kommenden Sonntag, die man, ohne Eintritt zu bezahlen, verfolgen kann. Teams der freien Tanzszene aus ganz Deutschland treten in Dreierbesetzung im Foyer gegeneinander an und zeigen ihre ganz freien HipHop-, Breakdance- und Popping-Moves. Eine professionelle Jury ermittelt per K.O.-System den Sieger.

Über weitere Performances, Parties, Konzerte und Theateraufführungen kann man sich hier informieren.

Katharina (Kulturredaktion)

Autor des Artikels: Katharina (Kulturredaktion)

Katharina (30), arbeitet als freie Journalistin in Hamburg. Sie liebt es, in die Vielfalt des Hamburger Kulturlebens einzutauchen und in den Kontrasten zu baden. Sie betrachtet die Welt vorzugsweise durch eine poetische Brille und hat eine Schwäche für gut erzählte Geschichten, melancholische Musik und alles Romantische.

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