Was uns bewegt

Foto: Tao Liu

Das letzte Jahr in bewegenden Bildern. In den Deichtorhallen sind die „VisualLeader 2015“ ausgestellt: für die Lead Awards nominierte Beiträge aus Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien. Noch bis zum 9. November.

Wie sich wohl Hooligans fühlen, wenn sie nach einem brutalen Kräftemessen in völlig desaströsem Zustand im Bus auf der Heimfahrt sitzen? Der Fotograf Andrew Lubimov hat einige Monate gebraucht, um in einer ukrainischen Hooligan-Gruppe akzeptiert zu werden und seine aussagekräftigen Bilder von den brutalen Kämpfen und den Menschen, die diese Art von Thrill suchen, machen zu können. Seine Bilder erschienen im Vice und sind in der Kategorie Reportagefotografie nominiert. In derselben Kategorie finden sich die humorvoll-absurden Momentaufnahmen von Tao Liu. Unter dem Namen Unterschätzen Sie nie den Mann, der den Wasserzähler abließt! sammelte er Szenen, die in ihrem zufälligen Entstehen eine ungewollte neue Aussage bekommen: ein alter Mann mit riesigem Irokesenschnitt? Nein, es ist nur ein bunter Fächer, den sich der Glatzköpfige an den Kopf hält. Stilbruch mit Komik.

Die altbewährten Medien zeigen eine Bildsprache und Themensensibilität, die – wie zu erwarten – von höchster Qualität sind. Daneben kann man sich in den Deichtorhallen über die Bekanntschaft mit ganz neuen Zeitschriften freuen. Sind Rothaarige die besseren Menschen? – Keine Ahnung, aber in dem Magazin MC1R dreht sich alles nur um das Eine. Menschen, die von ihrem Melanocortin-1-Rezeptor mit einer rötlichen Haarfärbung und einem hellen Teint ausgestattet sind. Auch das Magazin Beef ist mit und wegen seiner typisch provokativen Aufmachung als „Newcomermagazin des Jahres“ nominiert.

In den letzten zwölf Monaten ist viel passiert. Wie diese Ereignisse in der deutschen Medienlandschaft veranschaulicht, interpretiert oder karikiert wurden, kann noch bis zum 9. November bei den „VisualLeader“ in den Deichtorhallen gesehen werden. 

Pauline (Kulturredaktion)

Autor des Artikels: Pauline (Kulturredaktion)

Pauline (29) heißt im echten Leben Katharina Scheuermann und ist vor zwei Jahren aus der fränkischen Provinz nach Hamburg gezogen. Sie arbeitet als Texterin und pflegt ein eigenes kleines Modelabel. Pauline mag klassische Musik, modernes Theater, trauriges Kino, abgedrehten Humor und die kleinen Haubentaucher in der Alster. Als rasende Reporterin ist sie immer auf der Suche nach neuen Formen von Kunst und Kultur.

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