arabesques 22. Januar bis 24. Februar 2019

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© Elke Ehninger

Beim achten Deutsch-Französischen Kulturfestival arabesques treffen sich vom 22. Januar an fünf Wochen lang deutsche und französische Künstler in und um Hamburg. Mit dem Thema "Si j’avais des ailes…" – "Wenn ich Flügel hätte…" begeben sie sich in über 30 Veranstaltungen.

Von Neuer Musik, Film, Debatten bis hin zu Tanz, Chanson und Kunst – auf die Suche nach Möglichkeiten, die Demokratie mit Visionen zu erneuern und Formen des Zusammenlebens zu finden, die von Verantwortung statt Spaltung geprägt sind.

Ein Europa – zwei Versionen?

2019 ist ein bedeutendes Jahr auch für die deutsch-französische Zusammenarbeit als Friedensmotor in Europa. „Wir sind die beiden Flügel des Abendlandes, zerbricht der eine, so ist auch der Flug des anderen gebrochen.“ schreibt Romain Rolland in einem Plädoyer für den Zusammenhalt in Europa und erhält 1915 den Literaturnobelpreis. Seine Worte sind aktueller denn je. So eröffnet arabesques am Jahresanfang nicht nur das Festival (22.01.) sondern appelliert zu Beginn des Europa-Wahl-Jahres an den Mut zur Verständigung und Gestaltung unserer Demokratie. Ob Deutschland und Frankreich noch als Motor der Europäischen Union funktionieren, das diskutiert Dr. Claire Demesmay, Leiterin des Programms Frankreich/deutsch-französische Beziehungen bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik mit Jacqueline Hénard, Journalistin und Publizistin, Managing Director des Berliner Büros der Kommunikationsberatung „Kekst CNC“, moderiert von Carolin Ollivier, Redaktionsleiterin „ARTE Journal“ in der Bucerius Law School (30.01.). Über das Erstarken des Rechtspopulismus in Europa spricht Prof. Dr. Frank Decker, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie mit der Filmemacherin Katja Fedulova im Anschluss an ihre Filmvorstellung „Der Patriot“ (19.02.).

Solidarität, Mut, Verständigung

Die Illustratorinnen Elke Ehninger und Corinna Chaumeny und die Autorinnen Sarah Knausenberger und Carla M. Paulsen lassen Worte und Bilder in den Dialog treten (Pre-Opening 18.01.). Die mit dem Luise-Büchner-Preis 2018 ausgezeichnete Schriftstellerin, Journalistin und Bloggerin Julia Korbik zeigt mit einem frischen Blick auf das Erbe von Simone de Beauvoir, warum es sich lohnt, kritisch zu denken und das zu tun, wofür man brennt (05.02.). Mit dem Kampf um die Freiheit beschäftigt sich auch die Graphic-Novel-Autoren Claire Fauvel und Thomas Gilbert. Sie diskutieren über das Verhältnis von Geschichte und Bande désinée (14.02.). Die Künstlerin Julia Metropolit hinterfragt Räume als Lebens- und Arbeitsorte (15.02.). Grenzen heben auch die Künstler Françoise Vadon und Anders Petersen auf, indem sie eigene und fremde Erfahrungswelten in ihrem malerischen, plastischen und grafischen Werk verknüpfen (08.02.).

Musette n’Roll, HipHop und Chanson

Ihr Zuhause ist das Bistro: „La Gâpette“ aus der Bretagne bringen das „comptoir“ gleich mit und servieren Swing-Punk-Rock-Ska-Chanson (07.02. Hamburg, 08.02. Stade, 09.02. Elmshorn). Poetisch-politisch „à travers les frontières“ geht es mit der deutsch-französischen HipHop-Band Zweierpasch (20./21.02.) zu. Für eine bessere Welt setzt sich die Akkordeonistin und Komponistin Lydie Auvray über Europas Grenzen hinaus ein mit Walzer, Tango, Gypsy-Swing und afrikanisch-karibische Rhythmen (31.01.). Die Sängerin Véronique Elling - deren friedvolle Fassung der französischen Hymne, die „Marseillaise de l’Espoir“, sogar den französischen Präsidenten beeindruckte - setzt mit Meisterwerken u.a. von Aznavour, Gréco, Montant ein starkes Statement für die Solidarität. (25.01.Aumühle). Und die Schauspielerin Christa Krings lässt gemeinsam mit dem Pianisten Mathias Stötzel in ihrer Hommage an Greta Keller und Barbara die magische Atmosphäre der „Blauen Stunde“ entstehen (27.01.).

Lieder und Flügel

Das Vokalensemble „Voix de femmes“ wendet sich den Anfängen jeder Entwicklung zu: dem Traum, der Leidenschaft, dem Spiel – und dem Bewusstsein der eigenen Endlichkeit u.a. mit Werken von Massenet, Schumann, Sariola, Elgar, Orbàn (16.02.). Die Ariettes oubliées von Debussy bilden den Kern des „europäischen“ Liederabends mit Linda Joan Berg und Zuzanna Pawlaszek (21.02.). Das Klavier wird zum poetischen Instrument eines umherwandelnden Geistes, das nimmt sich Aurélie Namont zu Herzen und spielt Werke von Ravel, Debussy, Haydn und Chopin. (22.02.). Der Pianist Mathias Weber legt Zeugnis ab von den erstaunlichen Klangmöglichkeiten des Erard-Flügels, an dem sich noch Steinway orientieren sollte (24.01.). Das Highlight des Festivals bildet das Abschlusskonzert mit dem Ensemble arabesques und dem Pianisten Paul Rivinius – am Steinway-Flügel im Kleinen Saal der Elbphilharmonie. Mit der „Groupe des Six“ beginnt nach dem 1. Weltkrieg eine neue Generation junger Komponisten „musikalische Prosa“ zu schreiben – eine Musik des Alltags, die mitten hinein stößt ins pulsierende Leben der Metropole Paris. Werke von Poulenc und Ibert werden kontrastiert mit der Klangwelt von Holst und Magnard und lassen mit ihnen noch einmal die letzten Klänge des Romantizismus aufleuchten (24.02.).

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