aus_bruch : Thematische Gruppenausstellung
  • Ausstellungen

© Sigmund Schneider / xpon-art gallery

aus_bruch in der xpon-art gallery

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Teilnehmende Künstler*innen:

  • Ana Kostova
  • Boje Arndt Kiesiel
  • Cordula Hesselbarth
  • Daniela Wesenberg
  • Dirk Brüggemann
  • Elke Ehninger + Sarah Knausenberger
  • Gerald Chors
  • Horst Brockmann
  • Jae-Nder Fluid
  • Michaela Hanemann
  • Nils Waldow
  • Siegmund Schneider
  • Simone Fezer + Ele Runge
  • Wolfgang Block

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Von A-Z. Wenn sich alles neu sortiert, der eine Ausbruch dem nächsten folgt, der vorige vergessen gerät, und das vorher sowieso, legen wir Ihnen nahe, die Fäden selber aufzunehmen und zu ziehen. Verfolgen Sie in Fotografien, Zeichnungen, Collagen, Grafik und Malerei, Objekten und Installationen, Videoarbeiten, Partizipativen Projekten wie Projektionen, sowie Lyrik wie das eine zum anderen führt und...

Auf dem Boden der Galerie steht ein Indikator. Er hat seinen Endpunkt erreicht, ist gleichzeitig wie eingefroren. Es ist, als würde noch gewartet werden, dem Zuschauen eine letzte Chance gegeben, bevor der Ausbruch eintritt. Bis dahin zeigt uns „Vor dem letztem Moment“ von Ana Kostova die Richtung oder die zu erwartende Folge seines Ausbruchs, denn er ist es, „der explodieren wird“.

Boje Arndt Kiesiel zeigt mit „the transition“ ein Objekt, das in seiner Reduktion und Symbolhaftigkeit verschiedene Deutungsweisen bietet und sowohl eine übergeordnete als auch eine persönliche Interpretationsebene des Betrachtenden zulässt. Er greift damit eine Arbeit auf, die er bereits vor Jahren realisierte.

Cordula Hesselbarth hinterfragt in ihrer Arbeit den herkömmlichen Begriff von Zeichnung und überschreitet mit ihren zeichnerischen Experimenten die Grenze des Papierbogens in Richtung von Raum, Bewegung und virtueller Skulptur. Die geometrische Zeichnung eines Würfels setzt sich in Bewegung, befreit sich aus der Erstarrung und löst sich von der Papierfläche. Es bildet sich ein Schwarm von Linien, die aus dem Kubus ausbrechen. In einer Installation aus Zeichnung und Videoprojektion ist der „Ausbruch“ der Linie aus dem Format der flachen Zeichnung zu beobachten.

Gerade horizontale Linien, senkrecht durchkreuzt. Immer wiederholt, nach speziellen, dafür erstellten Regeln. 
Oder nach anderen Regeln blind und unkontrollierbar gezeichnete Linien, schlaufenartig, wie Fäden wirkend. Daniela Wesenberg beschäftigt sich konzeptuell mit der Linie und untersucht, welche Art von Raum eine Linie im Zwei- bzw. Dreidimensionalen beschreiben und erzeugen kann. Sie arbeitet in ihren Zeichnungen mit Wiederholungen, Verdichtungen und Überlagerungen. In der stetigen Wiederholung der immer selben Zeichenmuster entstehen leichte Verschiebungen in den erzeugten Strukturen, entstehen Störungen und Ausbrüche.

Wir werden Zeuge einer verzweifelten Autoaggression. Oder eskaliert in „burning angel“ unbeabsichtigt eine Aktion eines gewaltbereiten Extremisten? Oder ist der Protagonist gar selber Opfer eines Terroraktes und strebt dem Betrachter hilfesuchend mit engelsgleichen Flügeln aus Flammen und unleserlichen Graffitizeichen entgegen? Dieser unwirkliche Augenblick von höchster Intensität bietet verstörende Deutungsoptionen. Eines zeigt Dirk Brüggemann ohne Zweifel: eine enorme Energie, die zutage tritt.

Was ist eigentlich los mit der Menschlichkeit in Europa? Ist sie abgestorben? Keineswegs, erzählt die Koproduktion „tigress“ der Collage-Künstlerin Elke Ehninger und der Lyrikerin Sarah Knausenberger: Untergründig ist sie immer da, und eines Tages wird sie aus uns herausbrechen wie eine Tigerin, der man das Junge geraubt hat.

Konsterniert steht die Protagonistin vor einer Baracke. Gerald Chors ist die Lust am Fotografieren am 24. Februar 2022 vorerst vergangen. Ein 14 Jahre altes Lochkamerabild, aufgenommen auf dem Russenmarkt in Riga unweit der Moskauer Vorstadt, füllt das Fenster der Galerie präsent in Gelb und Blau. Was für Bilder kann man noch machen; wenn überhaupt, vielleicht poetische, denn der Wahrheitsgehalt wurde längst annuliert.

Individuum contra Gesellschaft. Das gefangene einzelne Wesen bricht aus und befindet sich damit zwangsläufig auf der Flucht: vor dem Gefangensein, vor den Verfolgern, vor dem Aufruhr, vor dem Krieg. Horst Brockmann, Collagen.

„Inaccessible Space“ von Jae-Nder Fluid ist eine Arbeit, die einen gesellschaftlichen Diskurs über Diskriminierung und Existenzverleugnung anstimmt, wo gender-diverse Menschen die (binären) öffentlichen Toiletten benutzen. Die Serie besteht aus mehreren Videos und Tonarbeiten mit digital generierten Menschen und ihren Stimmen, aber Daten aus der realen Welt.

Jae-Nder Fluid arbeitet mit sozialen und politischen Diskursen. In virtuellen Welten wird versucht, die Begrenzungen zwischen der realen Welt und der virtuellen durch soziale und kritische Designpraxis zu verwischen.

In Zusammenarbeit mit Galerien, Museen und Kunstvereinen gestaltet die Künstlerin Michaela Hanemann ein temporäres digitales Netzwerk. Mit dem partizipativen Kunstprojekt „please be . me“ stellt sie zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni 2022 für jeweils kurze Zeit Verbindungen zwischen zwei Ausstellungsorten her. Teilnehmende können in diesen Zeitfenstern die verbundene Ausstellung mit Hilfe lebender Avatare besuchen. Die Avatare sind echte Menschen, die als Person durch ein Kostüm neutralisiert werden. Sie lassen sich per mündlicher Anweisung durch die Ausstellung steuern und geben den Teilnehmenden die Möglichkeit Kunstwerke zu entdecken, Unterhaltungen zu führen und zu interagieren als wären sie wirklich dort.

Am 7. Mai sind wir zu Besuch bei der Vernissage Rabenprojekt im MUSA Göttingen, am 15. Mai besucht die Städtische Galerie Kubus Hannover die Ausstellung in der xpon-art.

Die Fotos von Nils Waldow handeln oftmals von Ausbrüchen aus der Normalität, dem Ausbruch aus Konventionen, von Gewaltausbrüchen und Ausbrüchen aus dem sozial Erwartbaren. Ein weiteres Element ist die Spontaneität, mit der die Aufnahmen entstehen. Die Aufnahmen können vorher nicht geplant oder inszeniert werden, auch wenn manche Aufnahmen so wirken mögen.  

Das Gemälde von Siegmund Schneider wurde uns vor Kriegsausbruch eingereicht. Es entstand während des ersten Lockdowns, aber ohne an Corona zu denken.

Das gezeigte Loch ist kein reales Loch, es ist ein psychisches Loch, ein mentales, emotionales Loch. Aber sitzt man da freiwillig drin? Kommt man da aus freiem Willen wieder raus? Manchmal braucht es einen Anstoß. Draußen ist der Himmel blau. Entscheidungen.

„Assimilate!“  von Simone Fezer ist eine Kurzfilm-Performance, gefilmt in einem 8 Meter hohen, prekär konstruierten Kristallpalast. Eine mit tragbaren Strukturen aus Glas und Spiegeln bekleidete Protagonistin, beinahe ununterscheidbar von der sie umgebenden Installation, bewegt sich durch diese hindurch, passt sich teilweise bis zur Selbstauflösung an, bricht dann  wieder hervor, anstoßend, reißend, brechend, alles in tänzerischen Bewegungen. Die Performance trägt ihre eigenen Klangelemente zu dem von Ele Runge komponierten Soundtrack bei. Bühnenlicht erschafft eine beinahe abstrakte, farbreduzierte Atmosphäre, die den Fokus auf Restriktion, Adaption, Reflektion, Perspektive und die komplexe Schichtung der Realität ebenso wie den möglicherweise aggressiven Versuch ihrer Zerstörung richtet.

Wie aus einem fremden System gestürzt, liegt ein Objekt scheinbar verunglückt auf dem Boden. Es ist umschlungen von Verbindungsschläuchen, die teilweise durchtrennt wurden, so als wäre es aus einer Verbindung gerissen. Das Objekt beinhaltet einen Mini-PC, der programmiert ist seinen Rhythmus dem des Umfeldes anzugleichen. Der scheinbar ruhig pulsierende Körper kommt immer dann zum Ausbruch, wenn er Bewegungen in seiner Nähe über Sensoren wahrnimmt. Bei derartigen Ausbrüchen generiert der Computer immer wieder eigene Strukturen durch Flutungen hieroglyphischer Zeichen. „FALLEN STAR II“ von Wolfgang Block.

Wir entlassen Sie jetzt. Nehmen sie ein paar Gedanken mit nach Hause, vielleicht teilen Sie einige davon mit uns in unserem Gästebuch. Kommen sie gerne wieder, oder nochmal (denn wer sagt, das man sich eine Ausstellung nur einmal anschauen kann?). Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an. Auch, wenn Sie gerne mehr mitnehmen würden.. Wir vermitteln gerne. Falls Sie den Besuch bei uns anregend fanden, freuen wir uns in erster Linie. Der Eintritt ist frei, die Spendendose ist auf dem Tresen freigegeben. Getränke gibt es ebenfalls gegen Spende.

Kommen Sie von auswärts? Überhaupt, wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?

Lesen Sie noch immer? Wie schön. Dafür müssen Sie das ausstellungstitelgebende Wort auch nicht noch einmal lesen - Sie haben es jetzt eh in sich. Schauen wir, was dabei herauskommt. Vielleicht erzählen Sie uns ja mal davon.

Die Textredaktion hatte Gerald Chors.

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Vernissage:

Donnerstag, den 21. April 2022 um 20 Uhr

Die Künstler sind anwesend.

Die Modalitäten der Eröffnung werden tagesaktuell entschieden, bitte auf der Homepage informieren. Im Minimum ist der Besuch nur ohne Erkältungssymptome gestattet und das Tragen einer FFP2-Maske obligatorisch.

Finissage:

Sonntag, 22.05.2022 von 11-16 Uhr

Wir bitten die aktuellen Corona-Regeln zu beachten. Besuch nur ohne Erkältungssymptome. Das Tragen einer FFP2-Maske ist obligatorisch. Bei Genuß von Getränken bitten wir darum, 1,5m Abstand zu Anderen einzuhalten. Ein aktueller Test kann zusätzlich dazu beitragen, Ansteckung zu verhindern und freut uns und andere.

Im Verlaufe der Ausstellung werden, insbesondere auch für diejenigen interessant, die einen Besuch vermeiden müssen, 360-Ansichten auf der Homepage eingepflegt.

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mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg

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Dies ist ein Eintrag aus der Veranstaltungsdatenbank für die Metropolregion Hamburg.
Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.
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