JUNGE WILDE — Expressive Malerei im Berlin der 80er Jahre
  • Ausstellungen

Luciano Castelli, ohne Titel, 1985
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Elvira Bach, Frau mit Töpfen, 1997
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Helmut Middendorf, Großer Stadtkopf, 1986
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022

JUNGE WILDE — Expressive Malerei im Berlin der 80er Jahre

mit Werken aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank

Ausstellung von 23. Oktober 2022 bis 26. März 2023 im Barlach Kunstmuseum Wedel

Öffentliche Vernissage am 23.10.2022 um 12 Uhr (beschränkte Einlasskapazitäten)


Beteiligte Künstler*innen: Elvira Bach, Ina Barfuss, Luciano CasteIli, Christa Dichgans, Hartwig Ebersbach, Rainer Fetting, FRANEK, Dieter Hacker, Martin Heinig, Karl-Horst Hödicke, Thomas Hornemann, Brian Kelly, Bernd Koberling, Markus Lüpertz, Helmut Middendorf, A.R. Penck, Barbara Quandt, Salomé und Bernd Zimmer.

 


Zu Beginn der 1980er Jahre etabliert sich eine neue Generation junger Maler*innen. Ihr Auftreten ist spektakulär, radikal, direkt. Sie setzen sich mit Hilfe von Gemeinschafts- und Einzelausstellungen, Publikationen und Interviews ins Licht der Öffentlichkeit. Wild, heftig, punkig, frech, aggressiv, häßlich lauten die Charakterisierungen ihrer Bilder.


Die „Jungen Wilden“ verursachen eine regelrechte Explosion der Malerei. Heute gelten sie als eine der letzten großen künstlerischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts. Die Erfolgsgeschichte der jungen deutschen Künstlergeneration ist inzwischen international zum kunsthistorischen Mythos geworden. Die„Jungen Wilden“ werfen die minimalistischen, kargen und abstrakten Stile der Vergangenheit über Bord und ersetzen sie durch einen Überfluss an Bildlichkeit, Erzählung, Materialien, Farben und Emotionen. Es ist ein Aufbruch zu spüren, als wäre eine neue, körperliche und dynamische Welt freigesetzt worden, die sich endlich gelöst hat von den repressiven Zwängen der Rationalität.


Die„Jungen Wilden“ sind in lockeren Gruppen zusammengeschlossen. Ein Zentrum ist West-Berlin mit den Hauptvertretern Rainer Fetting, Helmut Middendorf, Salomé und Bernd Zimmer, die 1977 die Selbsthilfegalerie am Moritzplatz gründen. Formal verbindet die „Moritz Boys“ eine spontan-expressive Bildsprache, sodass ihnen schnell auch das Etikett Neoexpressionisten anhaftet. Thematisch lassen sie sich vom Geist der Mauerstadt anregen, die Berliner Subkultur, die Punkszene und die New-Wave-Kultur stehen im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Programmatik. Einem objektiven Blick setzen sie eine zutiefst subjektive Haltung und eine radikale Ausschöpfung malerischer Mittel entgegen, die sich einer verknappten Gegenständlichkeit und aggressiver Farbigkeit bedienen. Persönliche Obsessionen und sexuelle Neigungen wie bei Salomé oder auch das Motiv der Stadtlandschaft bei Bernd Zimmer und Rainer Fetting sind wichtige Motivgruppen.


Die Berliner Wilden betreiben eine extrem heftige Malerei, die durch ihre impulsive Sinnlichkeit noch heute überrascht. Die repräsentative, zugleich aber auch persönlich bewegende Auswahl aus den Sammlungsbeständen der Kunstsammlung der Berliner Volksbank und aus Leihgaben einzelner Künstler*innen zeigt 40 Jahre nach der legendären „ZEITGEIST“-Ausstellung im Martin Gropius Bau heute, wie eng künstlerische Bewegungen mit den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen verbunden sind. Tatsächlich sind die 1980er Jahre geprägt von Individualisierung, neuem Umweltbewusstsein und gewaltigen Umbrüchen der internationalen Politik. Angst vor dem Atomtod, die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, das Waldsterben oder die damals neue Krankheit Aids prägen dieses Jahrzehnt, an dessen Ende der Mauerfall und die Auflösung der Sowjetunion stehen.


Die Ausstellung „Junge Wilde“ präsentiert eine kunsthistorische Dekade, deren Einfluss auf den internationalen Kunstbetrieb bis heute andauert. Zugleich untersucht sie die Relevanz von Kunst als Zeitzeugenschaft. Schließlich zeigt sie, wie antizipativ Kunst als gesellschaftliches Psychogramm die Ängste und Visionen einer Gesellschaft abbildet, die sich über Jahrzehnte bewahrheiten können und gegenwärtig eine neue und beklemmende Aktualität besitzen.


Öffnungszeiten: täglich von Di - So 11 - 18 Uhr; für angemeldete Gruppen und Schulklassen können Sonderöffnungszeiten vereinbart werden. 

Anfahrt: Parken in unmittelbarer Umgebung möglich, das Museum besitzt keine eigenen Parkplätze. S-Bahn Linie S 1 bis Wedel.

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ernst-barlach-museum-wedel_c-ernst-barlach-museumsgesellschaft-hamburg-e-v-2
© Ernst Barlach Museumsgesellschaft Hamburg e.V.

Ernst Barlach Museum Wedel

Eine repräsentative Sammlung an Skulpturen, Zeichnungen, Holzschnitten, Lithografien, Briefen und Manuskripten Ernst Barlachs.

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