Vortrag von Christian Boldt, Detlefsen-Gesellschaft
Adliges Wohnen wird meist mit Schlössern und Herrenhäusern auf dem Land verbunden. Doch seit der Frühen Neuzeit spielte auch das Leben des Adels in den Städten eine wichtige Rolle. Neben Gütern und Landsitzen entstanden dort Adelshäuser und Palais, die als städtische Wohn- und Repräsentationsorte dienten und das Stadtbild vieler Residenz- und Handelsstädte nachhaltig prägten.
Der Adel ließ sich aus unterschiedlichen Gründen in den Städten nieder. Wirtschaftliche und politische Angelegenheiten konnten dort einfacher erledigt werden, zudem boten Städte Nähe zu Höfen, Verwaltungen und gesellschaftlichen Netzwerken. Viele Adelshäuser wurden als Winterresidenzen genutzt, andere dienten Witwen, unverheirateten Töchtern oder Adligen, die ihre Güter verkauft hatten, als dauerhafter Wohnsitz. Besonders in Residenzstädten förderte die Nähe zu fürstlichen Höfen die Ansiedlung des Adels.