Eine Veranstaltung der Reihe Ão
„Ein echter musikalischer Melting Pot“, so beschreibt ARTE die Soundkunst des belgischen Quartetts Ão (gesprochen wie „Miau“ ohne „m“). Gemeint dürfte hierbei der sagenhafte Mix verschiedener Genres und Einflüsse sein, in dem die Band Pop, Elektro und Ambient mühelos mit globalen Elementen wie Fado oder auch lateinamerikanischen Klängen verbindet. Im Jahr 2020 hat die Gruppe, bestehend aus der mosambikisch-portugiesischen Sängerin Brenda Corijn, Gitarrist Siebe Chau, Jolan Decaesteckers an den vielschichtigen Elektronikelementen und Bert Peyffers an der Percussion, begonnen, ihre vielseitigen Songs zu veröffentlichen und sich dabei schnell in die Herzen ihrer Heimat Belgien und darüber hinaus gespielt. Auf den Spuren von Artists wie Stromae, Rosalía oder C. Tangana ist die Kunst der Band nur schwer greifbar, windet sich aus jeglichen Genrezuschreibungen und schafft es, von Electronica über Art-Pop bis hin zu Saudade oder Alternative-Latin alles in ihren stimmigen Gesamtsound zu integrieren. Auf Albumlänge veröffentlichten die vier diesen Sound erstmals 2023 auf ihrem Debüt „Ao Mar“, dessen portugiesische und englische Songs von Fans wie Kritik gefeiert wurden und der Band eine MIA-Nominierung beschafften.
Die schnell wachsende Bekanntheit von Ão ist nicht zuletzt auf die besondere Live-Erfahrung zurückzuführen, mit der die Belgier*innen ihr Publikum regelrecht in ihren Bann ziehen. Jede einzelne Show wird zu einem fesselnden, elektrisierenden Erlebnis, das von intimen, balladigen Momenten bis hin zu tanzbaren Beats und ausufernder Stimmung reicht und in dem Ão ihr Können an einer Vielzahl an Instrumenten, darunter neben Gitarren, Percussion und Synths auch Charango, Bandoneon oder Tiple, zur Schau stellen.
Im Februar 2026 hat die Band mit „Malandra“ nun ihr zweites Album veröffentlicht; ein Konzeptwerk, dessen 13 Tracks jeweils verschiedene Figuren verkörpern, die sich von Artworks bis hin zu Musikvideos in der gesamten Kampagne wiederfinden. Der Longplayer ist tiefgründiger, rhythmischer und komplexer als sein Vorgänger und zeigt allein durch seinen Titel – ein portugiesisches Wort für eine Frau, die zugleich intelligent, charmant und humorvoll, aber auch manipulativ und täuschend sein kann –, wie vielschichtig der Sound ist. Das beweisen die Musiker*innen im Oktober diesen Jahres auf ihrer „fall club tour“, mit der sie auch dreimal Halt in Deutschland machen, um ihr außerordentliches Livespiel dem hiesigen Publikum zu präsentieren.