BAM! POP! RHINO!
Willkommen in unserer Welt: Ein schrilles Technicolor-Paradies voller individueller
Macken, ein Sprechblasengewitter aus Neonfarben und lebendiger Exzentrik! Hier
ist jeder ein Unikat, jede Meinung ein greller Farbtupfer. Doch unter der glitzernden
Pop-Art-Oberfläche gärt etwas. Ein Rhythmus setzt ein, ein tiefes Grollen. Ein
Nashorn prescht durch die Gassen, dann zwei. Es werden immer mehr. Bald
versinkt die ganze Stadt im Ausnahmezustand. Die Sättigung beginnt zu schwinden.
Ionescos absurder Humor trifft im diesjährigen Theaterprojekt der iSA
Schauspielakademie auf die harte Kante unserer Gegenwart. Die „Nashörnitis“ wird
zum viralen Hype, der uns heute in den Echokammern fanatischer Ideologien und in
populistischen Sprechchören begegnet. Doch warum fühlt es sich für viele so
verdammt gut an, individuelle Freiheiten aufzugeben und Teil einer grauen,
stampfenden Masse zu sein? Wer hält die Komplexität einer Welt voller
Widersprüche noch aus, wenn radikale Fronten so verführerisch die Sicherheit
moralischer Überlegenheit versprechen?
Wenn jede Farbnuance erlischt und nur noch das grobe Raster des „Wir gegen Die“
übrig bleibt, stellt sich die alles entscheidende Frage:
WER BLEIBT MENSCH - UND WER WIRD ZUM DICKHÄUTER?
Inszenierung: Véronique Elling
Bühne & Ausstattung: Sophie Elise Hummrich
Ensemble: Chiara Ratz, Janne Wulf, Lysander Van Gowindra, Marjolaine Zuschneid,
Paulina Nikolla, Sina Herbst, Svenja Perbandt, Tariqe Schaefer, Veronika Wiegers