Kristóf Kelemen, Tímea Török, Teresa Lucia Rosenkrantz
Seit den 1990er Jahren wächst die Präsenz deutscher Automobilkonzerne in Ungarn, während die Autoindustrie zu einem zentralen Symbol des komplexen kapitalistischen Systems geworden ist. Dieses System prägt unser aller Leben. Das Fließband steht nie still, das Tempo steigt unaufhörlich, Leistung wird kontinuierlich optimiert. Alle zwei Minuten verlässt ein Auto die Fabrik, alle zwei Monate feiert eine neue Theaterproduktion Premiere. Konsum schafft Arbeitsplätze, die den Konsum weiter ankurbeln, während sich die soziale Schere immer weiter öffnet.
Ein Schauspieler und zwei gewerkschaftlich organisierte Arbeiter:innen aus deutschen Premium-Automobilfabriken in Ungarn richten ihren Blick auf dieses Gefüge. Drei persönliche Geschichten, die nun aufeinandertreffen. Kann es in diesem Zustand permanenter Beschleunigung bereits ein Akt von Solidarität und Widerstand sein, sich Zeit zu nehmen, einander kennenzulernen – und sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen?