Nicht erst seit dem Verbot des IZH mit der Imam-Ali-Moschee an der Alster als
verlängertem Arm der Regierung in der Islamischen Republik Iran vor gut einem
Jahr, und nicht erst seit der spektakulären Demonstration für ein Kalifat der
Organisation „Muslim-Interaktiv“ am Hauptbahnhof vor anderthalb Jahren ist klar,
dass sich auch in Hamburg in muslimischen Gemeinden Islamisten bewegen. Sie
sind u.a. den vielfältigen Netzwerken der Muslim-Bruderschaften zuzurechnen. Sie
befinden sich nicht auf dem Boden unserer demokratischen Grundordnung. Sie
streben eine andere Gesellschaftsordnung an, die Staat und Religion nicht trennt.
Die Teilnahme eines SPD-Bürgerschaftsabgeordneten an einer religiösen Feier der
Vahdet-Moscheegemeinde zur Erinnerung an die Eroberung Mekkas im Jahre 630
u.Z am Silvesterabend. brachte ihn in Erklärungsnot, weil Menschen an seinem
Tisch saßen, die islamistischen Kreisen zugerechnet werden.
An diesem Abend soll es nicht um die Erörterung islamischer Vielfalt in Hamburg
gehen, auch nicht um die richtige Interpretation von alten Koransuren, sondern um
das Thema Islamismus insgesamt, um Erkenntnisse zu verfassungsfeindlichen
Bestrebungen in dieser Szene, die sowohl gewaltbereite als auch legalistische
Gruppierungen umfasst.
Anja Domres, stellv. Leiterin des Landesamtes für Verfassungsschutz, wird die - öffentlich darstellbaren - Erkenntnisse ihres Amtes vorstellen und erläutern und unsere Fragen beantworten.