Die Schauspielerin und Regisseurin Melanie Kretschmann liest aus Thomas Bernhards Erzählung „Gehen“ (1971). Jeden Mittwoch geht der Erzähler mit seinem Begleiter Oehler vom Franz-Josefs-Bahnhof im 9. Wiener Gemeindebezirk über die Friedensbrücke und den Donaukanal in die Klosterneuburger Straße im 20. Bezirk, jeden Montag in die Gegenrichtung. Oehler berichtet von den Gängen mit seinem Freund Karrer, der verrückt geworden ist. »Mit Karrer zu gehen, ist eine ununterbrochene Folge von Denkvorgängen gewesen.« Denkvorgänge, in denen Karrer sich klarwerden wollte über die Beziehung des Denkens zu den Gegenständen, über das Verhältnis von Bewegung und Stillstand. Dramaturgie: Jeroen Versteele Regie: Max Simonischek Kostüm: Adriana Brager Peretzki Thomas Bernhard, 1931 in Heerlen geboren, 1989 gestorben im Februar in Gmunden, gilt als der wichtigste deutschsprachige Schriftsteller des 20. Jahrhunderts nach Kafka. Als Theaterautor hat er eine große Zahl eigensinniger, widerspenstiger, unsterblicher Einzelgänger geschaffen. „Gehen“ erschien 1971. "Jeder Mensch ist ein einmaliger Mensch und tatsächlich, für sich gesehen, das größte Kunstwerk aller Zeiten, so habe ich immer gedacht und denken dürfen, dachte ich." T. Bernhard
GEHEN von Thomas Bernhard Sonstige
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