Issa will diese Reise eigentlich nicht antreten. Schwanger sitzt sie im Flugzeug nach Douala, getrieben von ihrer Mutter, die bei der Geburt um Issas Leben fürchtet. In Kamerun, dem Land ihrer Kindheit, soll sie unter den Augen ihrer Omas den Weg der Rituale gehen. Doch das ist nicht einfach, wenn man in Frankfurt zu schwarz und in Buea zu deutsch ist. Der Besuch wird für Issa zur Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte und der Erkenntnis, dass Traumata und Lebenswille vererbbar sind.
Mirrianne Mahn verwebt kunstvoll die Schicksale von fünf Frauen, deren Leben über ein Jahrhundert und koloniale Ausbeutung hinweg verbunden sind. Ein empowerndes, kraftvolles Debüt.
Mirrianne Mahn wurde 1989 in Buea/Kamerun geboren, wuchs im Hunsrück auf und lebt heute in Frankfurt. Sie engagiert sich als Aktivistin und Theatermacherin gegen Diskriminierung und ist Referentin für Diversitätsentwicklung. Seit 2021 ist sie Stadtverordnete in Frankfurt. Für ihr Engagement wurde sie vom FOCUS Magazin zu einer der 100 Frauen des Jahres 2021 gewählt.