Im Mittelpunkt der 13. Ausgabe des VDIG-Lesemarathons steht aus Anlass des 100. Jubiläums ihres Literaturnobelpreises das Werk von Grazia Deledda im Mittelpunkt
Die mittlerweile 13. Ausgabe des beliebten Veranstaltungsformates der VDIG stellt in diesem Jahr die sardische Schriftstellerin Grazia Deledda in den Fokus.
Warum Grazia Deledda? Weil sich im Jahr 2026 das hundertste Jubiläum ihres Literaturnobelpreises jährt, den sie 1926 erhielt - bis heute als einzige italienische Frau. Und doch ist sie - trotz ihrer ungebrochenen, brennenden Aktualität - ein Jahrhundert später bei uns noch ziemlich unbekannt. Es ist die Geschichte einer Frau, die schon damals dem realen sardischen Dorf eine Stimme verlieh: seinen Riten und Wunden, den Leidenschaften, die entzweien, und der Schönheit, die verweilt. Sie schrieb, durch Leid getragen, tastete sich Seite für Seite vor, auf der Suche nach einem weiteren Fragment ihrer selbst. So wie viele junge Menschen heute, die die Dörfer verlassen, um nach Berlin aufzubrechen. Müde des vertrauten Alltags, in dem die Großeltern vor Jesus knieten, zwischen Weihrauch und Beichten, während sie selbst sich vor Buddha verneigen, das OM murmeln und ihr Innerstes nicht dem Priester, sondern dem Psychologen anvertrauen. Dieses innere Chaos der Seele, das heute so allgegenwärtig ist, hatte Deledda längst durchlebt.
Wir laden alle an Literatur interessierte Menschen zu dieser Veranstaltung ein, bei der Mitglieder der DIG ausgewählte Passagen lesen werden. Die Lesung wird ergänzt durch visuelle Impressionen von Sardinien und sardische Musik.