In seinem letzten, kurz vor seinem Freitod entstandenen autobiografischen Werk beschreibt Stefan Zweig die Kultur vor, zwischen und während der beiden Weltkriege. In einer Welt, die sukzessive alle Kompasse zu verlieren scheint, lotet Zweig dabei die Frage nach Relevanz und Wirksamkeit von im europäischen Kontext erwachsenen Werten aus. Er beleuchtet die Rolle der Kunst, die nicht nur den Einzelnen trösten kann, sondern auch die Hoffnung auf eine neue Wirklichkeit in sich trägt.
Aus seinem Werk wird nicht nur gelesen und rezitiert, sondern es werden einzelne Sequenzen auch kaleidoskopartig künstlerisch in Szene gesetzt. Angereichert mit Gedichtexzerpten von Kollegen wie Karl Kraus, Jura Soyfer und Fernando Pessoa, Musikstücken der klassischen Moderne von unter anderem Arnold Schönberg, Franz Schreker und Oscar Straus sowie einigen zeitgenössischen Fragmenten, wird sich der Abend in einem sinnlich-narrativen Bogen auf die bis heute relevante Suche nach Sonnenhelligkeit in einer dunklen Welt begeben, denn – wie Zweig erkennt – »jeder Schatten ist im letzten doch auch Kind des Lichts«, und dieses Spiel erklingt unter anderem mit Stücken zu vier Händen wie Schuberts Rondo A-Dur D 951 und seiner Fantasie in f-Moll D 940. Darüber hinaus werden Lieder von unter anderem Schubert, Krenek, Schreker und Schulhoff integriert.
BESETZUNG
Martha Argerich Klavier
Elena Bashkirova Klavier
Olena Kushpler Klavier
Talia Or Sopran
Moritz Tostmann Schauspieler
Volker Hanisch Sprecher
Yaron David Müller-Zach Regie
Alexander Meier-Dörzenbach Dramaturgie
PROGRAMM
»Die Welt von Gestern – Erinnerungen eines Europäers«
Musiktheater von Yaron David Müller-Zach nach Stefan Zweigs autobiografischem Werk