Mit außergewöhnlichen Blumen- und Pflanzenaufnahmen starten wir in den Frühling. Der Titel deutet bereits an, was bevorsteht: eine Ausstellung voller Spannung, Leichtigkeit und Aufbruch. Die gezeigten Werke vermitteln das Gefühl von Neubeginn und machen die ästhetische Kraft der Pflanzenwelt erlebbar.
Seit jeher inspiriert die Vielfalt von Formen, Farben und Strukturen Künstler:innen. Bereits im 19. Jahrhundert wurden botanische Motive zu einem zentralen Gegenstand fotografischer Experimente. Bis heute sind sie Quelle ästhetischer wie konzeptueller Auseinandersetzungen.
Die Gruppenausstellung „Spring is in the Air“ präsentiert zeitgenössische fotografische Arbeiten von Carola Brackrock, Karsten Januschke, Martin Klimas und Michael Nischke, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit der Welt der Pflanzen befassen – poetisch, experimentell oder technisch reflektiert.
Carola Brackrock
Carola Brackrock arbeitet seriell und nutzt bewusst die Wiederholung und Variation als zentrales Gestaltungsmittel. In ihren Arbeiten werden Gräser und Pflanzen zu grafischen Formen verdichtet. Durch Reihung, Dopplung und Abstraktion entstehen neue Bildkompositionen, in denen der fotografische Ursprung oft nur noch angedeutet ist. Digitale Bearbeitung erweitert dabei die Möglichkeiten der Bildaussage.
Karsten Januschke
Die geheimnisvollen Pflanzenporträts von Karsten Januschke entstehen aus der intensiven Beobachtung botanischer Strukturen. Inspiriert von Wanderungen und seinen verwunschenen Garten in Hohenhameln, übersetzt er Details der Pflanzenwelt in skulpturale, fast abstrakte Bildformen. Der Autodidakt und gelernte Tischler hatte 2025 mit der Ausstellung Botanische Notizen in der Galerie VisuleX seinen ersten erfolgreichen Auftritt als Fotograf.
Martin Klimas
In Martin Klimas’ Arbeiten werden perfekt arrangierte Blumenvasen im Moment ihrer Zerstörung festgehalten. Stahlkugeln durchschlagen Glas, Keramik und Steingut, während die Kamera in einer 7000stel Sekunde die Transformation einfriert. Den Düsseldorfer Künstler interessiert dabei weniger die Zerstörung selbst als der Übergang von Ordnung zu Chaos. Der Kontrast zwischen statischer Harmonie und explosiver Dynamik sprengt die Klischees des klassischen Blumenstilllebens und erzeugt eine faszinierende, beinahe unwirkliche Ruhe.
Michael Nischke
Seit Jahrzehnten erkundet der Münchner Fotokünstler Michael Nischke künstliche Licht- und Strukturwelten, insbesondere in den Metropolen Asiens. In seiner neuen Werkreihe „Botanic Spirits“ richtet er den Blick erstmals auf das heimische Umfeld: die Blumenvase als Objekt der Designkultur. Reduzierte Formen, eine künstlich erzeugte Farbwelt und streng komponierte Arrangements lassen eine futuristische, zeitlose Natur entstehen. Vor weißem Fond inszeniert, wirken die Blumen wie Skulpturen – plakativ, kraftvoll und entrückt von jedem konkreten Ort.