Programm
Die Bohlen-Pierce-Skala wurde unabhängig voneinander vom Hamburger Ingenieur Heinz Bohlen (1972), dem niederländischen Software-Entwickler Kees van Prooijen (1978) und dem amerikanischen Ingenieur John Pierce (1984) konstruiert. Bemerkenswerterweise kamen alle drei auf dieselbe 13-stufige, nicht oktavierte Skala, die ungeradzahlige Frequenzverhältnisse in den Mittelpunkt stellt. Seitdem hat die BP-Skala das Interesse von Musiker:innen, Komponist:innen, Musiktheoretiker:innen und Instrumentenbauer:innen geweckt.
Vor diesem Hintergrund stellten sich Yuri Akbalkan, Todd Harrop und Elena Khurgina die Frage, ob sich das Cembalo auf die neuartige Skala des BP-Systems umstimmen ließe. Durch die erstmalige Anwendung der BP-Skala auf einem historischen Cembalo und die Entwicklung zusätzlicher, speziell gestimmter Instrumente (BP-Metallophone) erweitert das Projekt klangliche und kompositorische Möglichkeiten. Es verbindet historische Instrumentenpraxis mit aktueller Musiktechnologie und schafft dadurch Anknüpfungspunkte für künstlerische Forschung, neue Konzertformate und die Entstehung eines spezialisierten Repertoires.
Konzertprogramm
Yuri Akbalkan
Prooemium praeter rem (UA 2026)
für Cembalo, Sensoren und Elektronik
Todd Harrop
Präludien (UA 2026)
für Cembalo, Schlagzeug und Elektronik
Xiao Fu
truth::shift (UA 2026)
für Cembalo und Elektronik
Genoël von Lilienstern
On the spectrum (UA 2026)
für Linnstrument
Tam Thi Pham
Between Bar and Bell (UA 2026)
für Schlagzeug und Elektronik
Improvisation
Cembalo, Schlagzeug, Elektronik
* Uraufführung (kurz UA)
Ein Projekt von Sensorium Nord im Rahmen von blurred edges – Festival für aktuelle Musik Hamburg (29.05. — 28.06.2026)