Herzliche Einladung zur Vernissage!
Wer in Lübeck wohnt, kann sich dem Thema „Totentanz“ kaum entziehen. Es gibt keine Stadtführung ohne Hinweis auf den Bilderzyklus, der ursprünglich in der Marienkirche hing, wo sich leider heute nur noch Kopien der Originale befinden.
Der Lübecker Totentanz entstand 1463 unter dem Eindruck der Pest und wird dem mittelalterlichen Maler Bernt Notke zugeschrieben. In der Darstellung sind 24 Paare in Lebensgröße abgebildet. In hierarchischer Abfolge findet man Personen der Ständegesellschaft, die sich in friedlichem Reigen mit dem tanzenden Tod befinden. Vom Papst über Kaiser bis hin zum Bettler und Säugling: keiner kann sich dem Tod entziehen.
Die hier gezeigte allgegenwärtige Konfrontation des Menschen mit seiner eigenen Vergänglichkeit, die sich auf makabre Weise im fröhlich- gruseligen Reigen von Tod und Mensch präsentiert, hat mich berührt und angeregt einen eigenen kleinen Totentanz zu entwickeln. Gesellschaftliche Stellung, Besitz, Schönheit etc. zählen angesichts des Todes nichts. Vor dem Tod sind alle Menschen gleich, der Tod gehört unmittelbar zur Alltäglichkeit des Lebens. Das einzelne Menschenleben ist ein Wimpernschlag auf der Zeitleiste der Erde.
Künstlerin: Michaela Berning-Tournier