Ausstellung der Künstlerin Saba Soleymani
inspiriert von Schāhnāme, dem “Buch der Könige” des persischen Dichters Ferdowsi
Zāl, eine bedeutende Figur aus Ferdowsis Schāhnāme, ist ursprünglich ein männlicher Held der persischen Mythologie. In dieser Werkserie wird Zāl erstmals als Frau gedacht – eine bewusste Verschiebung, die traditionelle Vorstellungen von Geschlecht und Heldentum infrage stellt. Im Schāhnāme, steht Zāl für Weisheit, Mut und Widerstandskraft. Wegen seines weißen Haares wird er als Kind verstoßen und vom mythischen Vogel Simurgh aufgezogen. Sein Leben ist geprägt von der Suche nach Zugehörigkeit und dem Ringen um den eigenen Platz zwischen menschlicher Welt und Mythos.
Als Frau erhält diese Figur eine neue Bedeutung. Zāl wird zum Sinnbild für Selbstannahme, Freiheit und den Widerstand gegen gesellschaftliche Strukturen. Die Neudeutung macht sichtbar, was lange unsichtbar blieb: Heldentum, Stärke und Weisheit sind keine männlichen Eigenschaften, sondern zutiefst menschliche.
In der Werkserie verbindet die Künstlerin Motive und Bildwelten des Schāhnāme mit einer zeitgenössischen Perspektive. So wird aus dem männlichen Helden Zāl eine mythische Heldin und ein Symbol für Frauen, die heute für Identität, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit eintreten.
Saba Soleymani ist eine iranische bildende Künstlerin, Malerin, Illustratorin und Schmuckdesignerin mit über 20 Jahren professioneller Erfahrung. Seit 2007 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin, seit 2009 zudem als Buchillustratorin für Bücher, Magazine und Bildungsmedien. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Malerei, Illustration und interdisziplinären Projekten. Im Mittelpunkt stehen weibliche Perspektiven, Identität, Erinnerung und gesellschaftliche Themen. Ihre Arbeiten verbinden persönliche Erfahrungen mit universellen Fragen nach Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Wahrnehmung. Soleymani war an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie internationalen Kunstprojekten im Iran und Europa beteiligt, unter anderem in Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Italien, Großbritannien und dem Libanon. Seit ihrem Umzug nach Deutschland lebt und arbeitet sie in Hamburg. Zudem arbeitet sie als Künstlerin mit UNICEF Hamburg zusammen.