Agnes Obel Pop

  • Agnes Obel
    © Alex Brüel Flagstad

Es gibt Musik, die sich nicht in den Vordergrund drängt und gerade deshalb umso nachhaltiger wirkt. Seit ihrem Debütalbum erschafft die dänische Wahlberlinerin Agnes Obel solche Klangwelten: zwischen neoklassischem Klavier, Kammerpop, elektronischen Texturen und einer Stimme, die gleichermaßen fragil wie eindringlich sein kann. Mit »Philharmonics« gelang Obel 2010 der internationale Durchbruch, gefolgt von »Aventine« (2013), dem experimentelleren »Citizen of Glass« (2016) und »Myopia« (2020).

Dabei behielt die klassisch ausgebildete Pianistin stets bemerkenswert viel Kontrolle über ihre musikalische Welt: Ihre Alben entstanden größtenteils in Eigenregie, von Komposition und Arrangement bis hin zu Aufnahme und Produktion. Spätestens mit »Citizen of Glass«, auf dem elektronische Elemente, Stimmverfremdungen und sogar das historische Trautonium ihren Weg in Obels Musik fanden, etablierte sie sich endgültig als eine der eigenständigsten Künstlerinnen zwischen Alternative, Neo-Klassik und Pop.

Auch jenseits ihrer Alben haben ihre atmosphärischen Kompositionen längst ein Eigenleben entwickelt und waren unter anderem in Filmproduktionen wie »The Last of Us«, »True Detective« und »Big Little Lies« zu hören. Mit »The Meaning of Flowers« erscheint Obels erstes Studioalbum seit sechs Jahren. Die zwölf Stücke schrieb, arrangierte, produzierte und nahm sie erneut in ihrem eigenen Berliner Studio auf.



Ausgangspunkt ist eine tiefgreifende persönliche Veränderung: die Geburt ihres ersten Kindes und die damit verbundene Erfahrung von Neubeginn, Verbundenheit und Metamorphose. Inspirationsquellen reichen von den Gedichten Enheduannas, der ersten namentlich bekannten Autorin der Geschichte, über Hannah Arendts Konzept der Natalität und die Gedanken des Philosophen Emanuele Coccia bis zum dänischen Pop der 80er und 90er Jahre. Klavier, Synthesizer und Samples treffen dabei auf Streicher, Flöte, Saxofon, Harmonium und weitere organische Klangfarben – ein vielschichtiger musikalischer Kosmos, der Obels unverwechselbare Handschrift weiter öffnet.



Wie eindringlich diese Musik im Konzertsaal wirken kann, zeigte sich spätestens bei Obels Rückkehr auf die Bühne 2025, zu der auch ein Auftritt in der Londoner Royal Albert Hall gehörte. Nach weiteren Shows im Sommer 2026 führt sie ihre Live-Reise 2027 fort. Gerade die ausgewählten Konzertsäle bieten dabei den passenden Rahmen für eine Musik, die von feinen Details, Stille und Dynamik lebt. Zwischen Klavier, Stimme, Streichern und elektronischen Klangschichten können sich Obels Stücke hier in ihrer ganzen Tiefe entfalten – und aus einem Konzert einen Abend machen, an dem die Außenwelt für einige Stunden erstaunlich weit entfernt scheint.

BESETZUNG

Agnes Obel piano, vocals

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Laeiszhalle Hamburg
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