Im offenen Dialog führen Akosua Viktoria Adu-Sanyah (Künstlerin) und Nadine Isabelle Henrich (Kuratorin) in die Ausstellung und künstlerischen fotografischen Prozesse ein. Die Abzüge entstehen aus kontrolliert geöffneten Bedingungen, die Material, Chemie und Umgebung als aktive Mitgestaltende einbeziehen. Im Gespräch mit der Künstlerin entsteht ein vertieftes Verständnis der gestaltenden, emotionalen und konzeptuellen Prozesse in der eigens konzipierten Dunkelkammer. Farben und Formen entstehen durch Filter, improvisierte Werkzeuge und durch das Eindringen von Tageslicht durch Ritzen und Öffnungen im Raum, Papier wird im Dunkeln von Hand ausgerollt. Ränder und Abweichungen bleiben bewusst Teil des Bildes.
Akosua Viktoria Adu-Sanyah (*1990, Bonn) ist eine deutsch-ghanaische Künstlerin aus Zürich. Sie beschäftigt sich mit der Wechselwirkung von Materialität und emotionalen Zuständen in der Fotografie. Durch iterative und prozessorientierte Methoden entwickelt sie Arbeiten in ihrer Farbdunkelkammer, die zwischenmenschliche Beziehungen und institutionelle Aspekte von Umwelt und Gesellschaft untersuchen. In ihrer Praxis, die sowohl forschungsbasiert als auch von autobiografischen Themen geprägt ist, verbindet sie analoge Techniken mit zeitgenössischen Technologien und entwirft komplexe Bildwelten, die mediale Grenzen verschieben und neue Wahrnehmungsräume öffnen.