»Enforcement of the law will continue. The memes will continue.«. Diesen Satz postete Kaelan Dorr, Social-Media-Koordinator des Weißen Hauses in Washington, D.C., am 22. Januar dieses Jahres auf X, ehemals Twitter. Seine Worte machen eine Entwicklung in den USA sichtbar, die die politische Kommunikation im digitalen Zeitalter zunehmend prägt und als neue Form staatlicher Machtausübung durch Bilder und Memes verstanden werden muss: als Bildgewalt.
Gemeinsam mit dem renommierten Kultur- und Medienwissenschaftler und Autor von „»Rechte Gefühle. Affekte und Strategien des digitalen Faschismus« Dr. Simon Strick werfen Nadine Isabelle Henrich (Kuratorin Haus der Photographie) und Mona Behfeld (wissenschaftliche Mitarbeiterin, Zentrum für Visuelle Medien) einen generationsübergreifenden Blick darauf, wie staatliche Bildgewalt online wirkt. In einem Critical Live Scrolling untersuchen sie am Beispiel der USA aktuelle Bildwelten und Feeds, die politische Wirklichkeiten nicht abbilden, sondern herstellen – die herbeiphantasieren, traumatisieren und verhöhnen.
Dabei setzen sie den Logiken Sozialer Plattformen eine Live-Analyse entgegen. Statt schneller affektiver Reaktionen oder passivem Scrollen im Strom immer extremerer Inhalte geht es um ein gemeinsames kritisches Sehen und darum, Werkzeuge zu entwickeln, um diese Bildwelten zu verstehen und zu hinterfragen.
Die Veranstaltung findet anlässlich des neu erschienenen Booklets der Reihe »VIRAL HALLUCINATIONS« mit dem Titel »Vernetzte Protestkulturen und virale Mobilisierung« statt, das im Rahmen der Ausstellung »Philip Montgomery – American Cycles« im Haus der Photographie Temporär präsentiert wird. Publikation und Ausstellung widmen sich der Rolle fotografischer
Bilder in Protestkulturen, die sich in physischen wie digitalen Räumen gleichermaßen entfalten und wechselseitig beeinflussen.
Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch eine Förderung der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS.