Wenn es in der Renaissance bereits so etwas wie einen Hit gab, dann war es »Doulce mémoire« von Pierre Sandrin. In dem französischen Chanson geht es um die (bitter-)süße Erinnerung an eine vergangene Liebe, die der Komponist in eine ebenso eingängige wie kantable Melodie setzte. Die mehrstimmige Vertonung gehörte zu den bekanntesten Liedern seiner Zeit und war damals in ganz Europa verbreitet – sogar ganze Messen wurden von dem Chancon inspiriert.
Das auf Instrumenten des 16. Jahrhunderts spielende Renaissance-Orchester Capriccio Stravagante und sein Leiter Skip Sempé nehmen Sandrins Chanson nun als Ausgangspunkt für ein Programm, das neben dem Original verschiedene Komponisten präsentiert, die sich von der Melodie zu neuen, eigenen Werken inspirieren ließen, darunter der Spanier Diego Ortiz sowie die franko-flämischen Komponisten Tielman Susato und Cipriano de Rore. Für die anspruchsvollen Chorpartien steht die tschechische Cappella Mariana, die sich auf mehrstimmige Gesänge aus dem Mittelalter und der Renaissance spezialisiert hat.
BESETZUNG
Capriccio Stravagante Ensemble
Cappella Mariana Vokalensemble
Skip Sempé Cembalo und Leitung
PROGRAMM
»Doulce mémoire – süße Erinnerung«
Pierre Sandrin
Doulce mémoire
Cipriano de Rore
Missa Doulce mémoire a 5
Diego Ortiz
Recercadas sobre »Doulce mémoire«
Cipriano de Rore
Ancor che col partire / Madrigal
Antonio de Cabezón
Ancor che col partire
Giovanni Battista Spadi
Ancor che col partire
- Pause -
Orlando di Lasso
Susanne un jour
William Byrd
Susanna fair
Johann Sommer
Paduana (Susanne un jour)
Claude Le Jeune
Susanne un jour à 7
Hernando de Cabezón
Dulce memoria