Katrin Seddig denkt sich in ihrer Essay-Sammlung durch die Alltagslandschaften der Gegenwart und wundert sich dabei. Die Assoziationsketten der vielfach preisgekrönten Autorin entwickeln sich entspannt, und selbst dort, wo sie die Verzweiflung berühren, wirken sie ermächtigend und lösen sich in Lachen auf.
Veit Sprengers fiktionale Figuren haben es mit der Arbeit in der Regel irgendwie vermasselt. Nicht mit einer bestimmten Arbeit, sondern mit dem Konzept des Arbeitens insgesamt. Man könnte sie als Berufsuntätige bezeichnen, wobei sie alles andere als untätig sind. Nur wandert ihr Tun ziellos durch den Tag und treibt gerade dadurch schöne, geheimnisvolle Blüten.
Wer einmal Lou A. Probsthayn gelesen hat, hört nie mehr damit auf. Gegen die Ödnis des omnipräsenten Autofiktionalismus gibt er seiner Sprache spielend ihre Gestaltungsmacht zurück. Sie ist die Fremdenführerin, der man sich gerne anvertraut, weil man weiß, dass sie nicht prüft, kränkt oder urteilt, sondern dass sie es von Anfang bis Ende gut meint, mit ihren Gegenständen genauso wie mit uns.
Den drei Lesenden gemeinsam ist ihr unverwechselbarer, warmer Humor. Detektivisch suchen sie innerhalb ihres Alltags nach einer anderen, versteckten Welt: der Welt hinter dem Spiegel, die zwar immer noch gewisse Verbindungen zu der unseren unterhält, sich dabei aber deren gnadenloser Zweckmäßigkeit konsequent verweigert.