Was bedeutet die sozialökologische Transformation für Städte? Bisherige Konzepte greifen zu kurz, auch die 15-Minuten-Stadt. Die Fab City Global Initiative, der sich auch Hamburg angeschlossen hat, ist radikaler: Die Stadt wird resilienter Produktionsort mit Citizen Innovation und lokalem Recycling.
In der Fab City Global Initiative verfolgen derzeit 56 Städte und Regionen weltweit, ihre jeweiligen Ökonomien auf eine Circular Economy umzustellen. Der Anspruch ist dabei im Unterschied zu älteren Konzepten der Kreislaufwirtschaft, möglichst alles, was vor Ort gebraucht wird, lokal bzw. in der Region zu produzieren, zu reparieren und zu recyceln. Hamburg ist der Initiative 2019 als erste deutsche Stadt beigetreten.
Die Fab City ist eine Herausforderung, denn sie bedeutet eine Abkehr von der postindustriellen Gesellschaft, die seit den 1970ern die Fertigung von Dingen weitgehend ausgelagert hat. Soll diese im Stadtgebiet wieder aufgebaut werden, müssen städtische Räume neu gedacht werden. Ist die Trennung von Wohn- und Gewerbegebieten noch aufrecht zu erhalten? Braucht nicht jeder Stadtteil produktive Orte, die die Bewohner*innen nutzen können, z.B. Fab-City-Häuser, Fixing Factories, Fab Factories? Wie verhält sich die Fab City zur 15-Minuten-Stadt, wenn die Stadtbewohner*innen selbst als Fab Citizens maßgebliche Akteur*innen der Transformation sind? Sind die Stadtteile baulich überhaupt auf eine Circular Ecoomy vorbereitet?
Wir treffen uns im Fab Lab Fabulous St. Pauli (Stockmeyerstraße 43, Halle 4K) für einen Vortrag und eine Diskussion im Rahmen des 11. Hamburger Architektursommers.