Fibonacci Quartet Klassik

  • Teatime Classics
    © Julia Bohle

Ein Debüt bei den Hamburger Kammermusikfreunden: Das preisgekrönte Fibonacci Quartet. Benannt nach Leonardo Fibonacci, dem berühmten Mathematiker, der um das Jahr 1200 in Pisa wirkte und erstmalig die Errungenschaften der arabischen Rechenkunst in die europäische Kultur einführte. Visuelles Sinnbild der nach ihm benannten »Fibonacci-Folge« ist die Form der Schnecke, wie sie in der Natur allgegenwärtig ist, aber seit Jahrhunderten auch in der Musik, in der Form des Kopfstücks von Geige, Viola und Cello! Zum aparten Programm in Stichworten: Wolfgang Amadeus Mozarts 1789 geschriebenes Quartett KV 575 gehört zu seinen späten Kammermusikwerken und zeigt seine absolute Meisterschaft im Umgang mit der Gattung. Es ist das erste der drei »Preußischen Quartette«, die er für den Cello spielenden König Friedrich Wilhelm II. komponierte. Erst hier nutzt Mozart voll die Möglichkeiten des (bis dahin?) von ihm nicht überaus geliebten Cellos. Trotz einer zeitweisen Dominanz des Celloparts bleibt die Ausgeglichenheit unter den Stimmen bestehen.

Synkopen und wechselnde Taktarten, perkussive Spielweisen und scharfe Artikulation, abrupte Wechsel zwischen Ruhe und Bewegung prägen Bohuslav Martinůs drittes Streichquartett. Es entstand in Paris, wo Martinů stark von der modernen Musikszene beeinflusst wurde und markiert einen wichtigen Schritt hin zu seinem reifen Stil.

Die drei Idyllen von Frank Bridge sind eher Stimmungsbilder als streng durchkomponierte Sätze. Sanft und ruhig – etwas bewegter – ausdrucksvoll und weit. Die späte Phase von Bridge, später Lehrer von Benjamin Britten, liegt hier noch in der Zukunft. »Moderne« Musik klingt gewiss anders, dieses frühere Werk aus Bridges’ Schaffen ist jedoch nicht weniger interessant und viel zu selten im Konzertsaal zu hören.



Die »Lyrische Suite« von Alban Berg hingegen ist eines der populäreren Werke des frühen 20. Jahrhunderts und eines der bedeutendsten Werke der musikalischen Moderne. Es verbindet emotionale Tiefe mit strenger Kompositionstechnik. In der nach strenger Zwölftontechnik komponierten »Lyrische Suite« sind diverse persönliche Botschaften versteckt. So ist beispielsweise die Satzbezeichnung »Andante amoroso« alles andere als Unabsicht. Und was versprechen Allegro misterioso, Presto delirando oder Largo desolato?

BESETZUNG

Fibonacci Quartet Streichquartett

Luna de Mol Violine

Kryštof Kohout Violine

Elliot Kempton Viola

Findlay Spence Violoncello

PROGRAMM

Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquartett D-Dur KV 575

Bohuslav Martinů
Streichquartett Nr. 3

- Pause -

Frank Bridge
Three Idylls for String Quartet

Alban Berg
Lyrische Suite für Streichquartett

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Laeiszhalle Hamburg
© Maxim Schulz

Laeiszhalle

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