Hungerjahre, 1980, autobiografisches Drama, Deutschland, Regie: Jutta Brückner, Hauptdarstellerinnen: Britta Pohland, Sylvia Ullrich, Dauer 112 Minuten, FSK 12, Lizenzgeberin Jutta Brückner
„Ich war schon dreißig Jahre alt, da merkte ich, dass die Vergangenheit mich nicht frei gibt. Ich lebte mit einem versteinerten Herzen, das immer noch dreizehn Jahre alt war, und ich zwang mich, mich zu erinnern.“ Diese lange verschütteten Erinnerungen der Filmemacherin Jutta Brückner, angekündigt durch eine unsichtbare Ich-Erzählerin zu Beginn des Films, visualisieren sich so drastisch wie sprachgewaltig in ihrem stark autobiographisch geprägten Drama Hungerjahre – in einem reichen Land.
„Die Stringenz des Films kommt aus der Strenge der gewählten Perspektive: den Spuren der 50er Jahre zu folgen vom Sichtbaren ins Unsichtbare, in die Vernarbungen eines Individuums hinein zu den Wundmalen des Subjekts, das Geschichte erleiden muss. ‚Hungerjahre‘ zeigt mit Genauigkeit und Authentizität die drückenden Nahtstellen auf zwischen der äußeren Geschichte einer Epoche und der inneren eines einzelnen Menschen, wie es sonst selten in einem Film über diese Zeit vorkommt. Die Geschichte vom Mädchen, das rechtzeitig gekrümmt wird, damit keine Frau aus ihm werden kann, die Geschichte von Wirtschaftswachstum und Gefühlsschwund, von Fresslust und Lebensangst sind Teile einer allgemeineren Geschichte und es ist die Qualität des Films, dass er diese Teile gegeneinander verstürzt, ohne dass er die individuelle Geschichte als bloßes Exempel, als Illustration instrumentalisiert.“ (Gertrud Koch)
Mi. 27. Mai 2026, Beginn 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr), Senator-Neumann-Haus, Heinrich-von-Ohlendorff-Str. 20, 22359 Hamburg (nahe U-Bahn Hoisbüttel)
Eintritt frei und ohne Voranmeldung - Spenden sind sehr willkommen!
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