Im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Gartens der Frauen lädt der Verein Garten der Frauen ein zu einer Lesung der österreichischen Autorin Gertraud Klemm. Sie veröffentlichte 2025 eine Streitschrift, in der sie das herrschende Patriachat kritisch unter die Lupe nimmt. Auch der Garten der Frauen wurde vor dem Hintergrund der kritischen Auseinandersetzung mit dem Patriachat gegründet, in dem zum Beispiel die Erinnerung an bedeutende Frauen heruntergespielt und die Leistung von Frauen nicht ebenso gewürdigt wird wie die von Männern.
Die Patriarchatskritik ist notwendiger denn je. Vor der Kulisse aus Klimakrise und Kriegen droht eine Handvoll machttrunkener und skrupelloser Politiker im Verein mit rücksichtslosen Techmilliardären die Welt gegen die Wand zu fahren. Was all diese Akteure von nie dagewesener globaler Wirkmacht gemein haben? Es sind ausnahmslos Männer. Ignoriert man diesen weißen Elefanten im Raum, hilft auch aller Aktivismus nicht, denn: Nicht der Mensch hat die Erde im Würgegriff, sondern das Patriarchat! Sklaverei, Rassismus, Kolonialismus und Imperialismus schienen bis vor Kurzem noch »alternativlos«, doch sie konnten weitestgehend aufgearbeitet werden, weil sie entlarvt wurden: als Missstände, die der Spezies Mensch unwürdig sind. Warum sollte das mit dem Patriarchat nicht auch gelingen?
Gertraud Klemm nimmt sich in ihrem leidenschaftlichen Essay matriarchale Gesellschaften aus Vergangenheit und Gegenwart zum Vorbild für ihre Ankündigung des Abschieds vom Phallozän – ein kraftvolles Gedankenspiel über matriarchale Inspiration, patriarchale Dekonstruktion und die Notwendigkeit der kolonialen Schubumkehr.
Eintritt frei.
Veranstalter: Garten der Frauen e.V.