Heinrich Rantzau und die Sterne
Barmstedt und seine Burg um 1580
Sonderausstellung im Museum der Grafschaft Rantzau
Barmstedt, auf der Schlossinsel
Eröffnung: 11. April 2026
Zum 500. Geburtstag des gelehrten Staatsmanns Heinrich Rantzau zeigt das
Museum der Grafschaft Rantzau eine bisher kaum beachtete Seite seines
Denkens: den trotz mancher Zweifel bis ins hohe Alter kaum erschütterten
Glauben an die Astrologie. Dieser geriet erst durch den frühen Pesttod seines
Lieblingssohnes Johann ins Wanken, hatten die Sterne ihm doch ein langes,
glückliches Leben vorhergesagt. In der Ausstellung wird u. a. das
Originaldruckwerk Ranzovianum Calendarium aus dem Jahr 1590 und ein
vergoldetes Klapptäfelchen aus dem Privatbesitz Rantzaus gezeigt. Beide
stellten Hilfsmittel dar, mit denen ein in Astrologie bewanderter Mensch an
jedem Ort in kurzer Zeit genaue Horoskope erstellen konnte.
Die damalige Burg Barmstedt – Heinrich Rantzau nannte sie auf Lateinisch
barmstedium arx – bildet das zeitgenössische Kolorit der Ausstellung. Bevor sein
Enkel Christian Rantzau hier die Residenz seiner Grafschaft erbauen ließ, hatte
ein Amtmann der Schauenburger Grafen dort seinen Sitz. Die Burg mit der
Wassermühle und dem großen Fronhof war Mittelpunkt der Region südlich der
Herrschaft Breitenburg. Wie dieser Hof und das daneben liegende
gutsuntertänige Kirchdorf Barmstedt um das Jahr 1580 aussahen, wird erstmals
anhand neuer Quellen und Ausgrabungen rekonstruiert.