Nicht nur auf ihrem Ensemblefoto können die Jungen Symphoniker Hamburg tief im Wasser stehen. In ihrem Sommerkonzert unter der Leitung von Daniel Kirchmann stürzen sie sich jetzt auch musikalisch in die Fluten: Zu hören sind Alexander von Zemlinskys üppig schäumende Orchesterfantasie »Die Seejungfrau« und Antonín Dvořáks geheimnisvoll brodelnde Sinfonische Dichtung »Der Wassermann«. Beides Werke, die Legenden von märchenhaften (Unter)-Wasserwesen in den Wogen des spätromantischen Orchesterklangs aufgehen lassen.
In seiner unnachahmlichen Art erzählte Dvořák kurz vor der Jahrhundertwende die alte böhmische Schauergeschichte vom Wassermann, der ein Mädchen entführt, schwängert und schließlich das gemeinsame Kind tötet. Naturgemäß mit düster-dramatischen Orchesterfarben – aber nicht ohne die gewohnte Portion volkstümlichen Schwung.
Wenige Jahre später wollte Alexander von Zemlinsky zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigen, dass selbst Vorgänger wie Richard Strauss die Kunst packender, glänzend instrumentierter Programmmusik für Orchester noch lange nicht ausgereizt hatten. Er wählte das durch Hans Christian Andersen weltberühmt gewordene Märchen »Die kleine Meerjungfrau« zur Vorlage für diese kompositorische Challenge. Die Aufgabe, die unerfüllte Sehnsucht einer Wassernixe nach menschlicher Liebe in leidenschaftlich schwelgende, bildhafte Musik zu übersetzen, meisterte er mit Bravour – besser als seine eigene unglückliche Affäre mit Alma Mahler, die er in »Die Seejungfrau« verarbeitete.
BESETZUNG
Junge Symphoniker Hamburg Orchester
Daniel Kirchmann Dirigent
PROGRAMM
»Unter Wasser«
Antonín Dvořák
Der Wassermann
Alexander von Zemlinsky
Die Seejungfrau