Zweifelssohn begleiten auf seiner Reise die Spuren einer Gewalt, egal ob in der Bahn, bei einem Abendessen mit Fremden, im Urlaub mit der Freundin oder einsam in Hotelzimmern. Das hat mit einem jüdischen Blick auf Deutschland zu tun, von dem Zweifelssohn nicht lassen kann, dem er zugleich ausgeliefert ist. Er ist versucht, sich bei seiner Reise Richtung Norden an die Oberflächen zu klammern – an Mode, Musik, Exzess. Aber immer lauter wird die Gewalt, drängt sich auf, als wäre sie der Blick in eine nahende Zukunft, selbst wenn man versucht, die Augen davor zu verschließen. Ähnlich wie beim Propheten Jeremias, in dessen Leben Zweifelssohn sich selbst nicht finden möchte und doch wiedererkennt, dessen Untergangsvisionen er zurückweist und doch aktualisiert. Max Czollek ringt in seinem ersten Roman mit einer Gegenwart zwischen Popliteratur und Untergangsvision, wie es sonst wohl kaum jemand vermag. Emotional, voller bitterbösem Humor und hochgradig aktuell!
Max Czollek: Zweifelssohn Theater
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