Starker Auftakt in die Saison 2026/2027 der NDR Jazz-Konzerte mit einem Blick auf die aktuelle New Yorker Szene mit der Pianistin Myra Melford und der französischen Bandoneon-Virtuosin Louise Jallu und ihrem energetischen Quintett.
Die New York Times feiert sie als »feste Größe der Avantgarde«, der Guardian als »begabte Nachfahrin« der Cecil Taylor-Schule: Myra Melford erschafft Musik, die über das Bekannte hinausgeht. Mit ihrem 2019 gegründeten Quintett kreiert sie eine Verschmelzung aus komponierten Themen, spontaner Interaktion und kollektivem Spiel. Dafür hat sie in Ingrid Laubrock, Mary Halvorson, Tomeka Reid und Lesley Mok vier herausragende Partnerinnen – alle selbst Bandleaderinnen –, an denen sie besonderes deren »großer Instinkt« fasziniert. Inspiriert wurde sie von den Zeichnungen Cy Twomblys und dessen Serie »Gaeta Set (For the Love of Fire & Water)«.
Die abstrakten Werke regen zu Fragen an: Wie verläuft der Weg vom Bauchgefühl in die Hände? Wie lassen sich Verstand und Wissen auch mal ausblenden? »Für mich ist die Körperlichkeit der Klangerzeugung genauso wichtig wie der Klang selbst«, erklärt Myra Melford. Mit ihrer außergewöhnlichen Formation zelebriert sie das Spiel mit den Extremen. Es ist ein Tanz zwischen Dichte und Offenheit, Licht und Dunkelheit und eben: Feuer und Wasser.
»Ist die Zukunft des Bandoneons weiblich?«, fragte ein staunender Kritiker nach dem Erscheinen des Albums JEU und stellte fest: »Louise Jallu lässt das Bandoneon über Astor Piazzolla hinauswachsen. Das ist keine Kleinigkeit.« Mit fünf Jahren begann sie mit dem Bandoneon und ist heute eine der besten ihres Fachs: Louise Jallu. Jallu wurde 1994 im französischen Gennevilliers geboren und spielte das für den Tango tonangebende Knopfakkordeon bereits im Alter von fünf Jahren am dortigen Konservatorium. Der große Juan José Mosalini förderte sie als junge Musikerin, parallel dazu studierte sie Harmonielehre und Komposition.
Schon früh gründete sie ihre erste Band und nahm 2018 ihr Debut-Album auf. Ihr zweites – Piazzolla 2021 – brachte den Durchbruch. »Die von Astor Piazzolla eingeleitete Revolution führte ihn zum Tango Nuevo, die von Louise Jallu vollzogene führt zu einem Piazzolla Nuevo«, schrieb begeistert die französische Zeitung Le Monde.
Mit »JEU« geht Louise Jallu noch einen Schritt weiter. Übersetzt heißt »JEU« Spiel, und Louise Jallu entführt dabei mit ihrem ebenso subtilen wie energetischen Quintett spielerisch die Klangwelten von Robert Schumann, Georges Brassens, Johann Sebastian Bach oder Maurice Ravel in ihren eigenen Kosmos.
BESETZUNG
Myra Melford’s Fire and Water Quintet jazz ensemble
Myra Melford piano
Ingrid Laubrock saxophone
Mary Halvorson guitar
Tomeka Reid violoncello
Lesley Mok drums
Louise Jallu JEU jazz ensemble
Louise Jallu bandoneon
Karsten Hochapfel guitar
Grégoire Letouvet piano
Alexandre Perrot double bass