Ob Wahlergebnisse, politische Ereignisse, sportliche Erfolge oder Umweltkatastrophen: Nie war es einfacher als heute, immer und überall über das Weltgeschehen auf dem Laufenden zu sein. Zu den Kehrseiten gehört allerdings, dass die permanente Konfrontation mit aktuellen Nachrichten ermüden und überfordern kann. Dazu kommt die zunehmende Skepsis an der Glaubwürdigkeit der nachrichtlichen Inhalte. Nicht erst seit dem Einsatz von KI-Technologien wird es immer wichtiger, zu prüfen, ob eine schnell verbreitete Nachricht auch wahr und verlässlich ist. Der vermehrte Einsatz von Fake-News für ideologische Zwecke birgt zudem die Gefahr, dass Nachrichten ihre wichtigste Funktion verlieren: Menschen zu informieren, damit sie gemeinsam fundiert und demokratisch über die Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens entscheiden können.
Die vom Museum für Kommunikation Berlin konzipierte Ausstellung „Nachrichten – News“, die ab 14. Oktober im Museum der Arbeit zu sehen sein wird, beleuchtet die Entwicklung von Nachrichten sowohl aus der Perspektive derer, die sie erstellen, als auch aus derer, die sie empfangen. Sie blickt hinter die Kulissen der Medien und stellt die Arbeit von Agenturen, Korrespondenten und Redaktionen vor. Eine Reihe historischer Übertragungs- und Endgeräte lassen prädigitale Zeiten lebendig werden, als Nachrichten sich noch nicht innerhalb von Sekunden um den Globus verbreiteten. Die Besucherinnen und Besucher werden vor diesem Hintergrund dazu eingeladen, ihre eigene Nachrichtennutzung zu reflektieren und Wünsche für eine Berichterstattung der Zukunft zu formulieren.
Anhand von klassischen Objektpräsentationen, aber auch in Form spielerisch-partizipativer und multimedialer Elemente, die für alle Altersgruppen ab der 9. Schulstufe konzipiert sind, zeigt die Ausstellung die Veränderungen auf, denen der Umgang mit Nachrichten in den letzten Jahrzehnten unterworfen war. Pressefotos der dpa aus den vergangenen 75 Jahren, aktuelle Schlagzeilen und Jingles von Nachrichtensendungen sowie Befunde aus der Nachrichten-nutzungsforschung führen die Besuchenden zunächst an das Thema heran. Stationen in Form von „Kiosken“ setzen sich mit Nachrichten als Ware auseinander und beschreiben die historische Entwicklung von Informationen zum käuflichen Angebot und die Entstehung von Massenmedien und Nachrichtenagenturen. Anhand von historischem Audio- und Videomaterial macht die Ausstellung deutlich, wie sich die Nachrichtenübertragung beschleunigt und unsere Nachrichtennutzung durch die neuen Medien verändert und verdichtet hat. Weitere interaktive Stationen widmen sich der Bedeutung journalistischer Standards und zeigen, wie Meldung von Meinung und Fakten von Fakes unterschieden werden können.
Ergänzend zu den umfassenden Schautafeln und interaktiven Formaten ist für die Ausstellung im Museum der Arbeit eine Station entstanden, die sich mit Hamburg als einem der wichtigsten deutschen Medienstandorte und Sitz von reichweiten- und auflagenstarken Rundfunkanstalten, Verlage und Nachrichtenagenturen beschäftigt. In kurzen Video-Clips berichten zwölf Hamburger Journalistinnen und Journalisten über ihre Arbeit. Sie schildern ihre persönlichen Motivationen sowie besondere Momente und die Herausforderungen ihres Arbeitsalltags. Dabei entsteht ein vielschichtiges Bild der aktuellen journalistischen Arbeit, das auch den Wandel durch die Sozialen Medien und die Zunahme von KI-generierten Inhalten reflektiert. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Programm an Veranstaltungen und zahlreichen Angeboten für Schulklassen, Gruppen und Familien.
Eine Ausstellung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation.