Piotr Anderszewski gehört seit Jahrzehnten zur Weltspitze des Klaviers. Dabei hat sich der polnisch-ungarische Pianist stets einen kompromisslosen, ganz dem Werk verschriebenen Zugang zur Musik bewahrt. Sein Anfang 2026 erschienenes und hochgelobtes Album versammelt die hochkonzentrierten späten Klavierstücke von Johannes Brahms, die Anderszewski nun auch in die Elbphilharmonie bringt.
»Diese späten Werke von Brahms sind wie ein Vermächtnis. Doch was offenbart uns dieser geheimnisvolle Mann hier? Oder besser gesagt: Was versucht er noch immer zu verbergen? Indem er es bis zum allerletzten Moment zurückhält, weckt er in uns den unwiderstehlichen Drang, sein Geheimnis zu lüften – vielleicht liegt genau darin die Schönheit dieser Stücke«, sagt Piotr Anderszewski über die kurzen Intermezzi, die in wenigen Minuten jeweils einen ganzen Kosmos entfalten.
Ein eigenes Universum ist auch die letzte Sonate von Ludwig van Beethoven, die in der zweiten Konzerthälfte erklingt. In der düsteren »Schicksalstonart« c-Moll beginnend, arbeitet sich die Musik in zwei Sätzen ins strahlende C-Dur. Ob der Komponist wusste, dass er keine weitere Klaviersonate schreiben würde? Visionär genug für eine so radikale Entscheidung wäre die Musik.
BESETZUNG
Piotr Anderszewski Klavier
PROGRAMM
Johannes Brahms
Intermezzo h-Moll op. 119/1
Johannes Brahms
Intermezzo C-Dur op. 119/3
Johannes Brahms
Intermezzo a-Moll op. 118/1
Johannes Brahms
Intermezzo A-Dur op. 118/2
Johannes Brahms
Intermezzo a-Moll op. 116/2
Johannes Brahms
Capriccio g-Moll op. 116/3
Johannes Brahms
Intermezzo E-Dur op. 116/4
Johannes Brahms
Intermezzo e-Moll op. 116/5
Johannes Brahms
Intermezzo cis-Moll op. 117/3
Johannes Brahms
Rhapsodie Es-Dur op. 119/4
Johannes Brahms
Intermezzo b-Moll op. 117/2
Johannes Brahms
Intermezzo es-Moll op. 118/6
- Pause -
Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier c-Moll op. 111