Die chinesische Pianistin Ran Jia erlangte internationale Anerkennung durch ihre außergewöhnlichen Interpretationen der Klavierwerke Franz Schuberts. Ein besonderer Meilenstein ihrer Karriere war ihr Debüt im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie in der Saison 2016/2017: Innerhalb von nur zehn Tagen brachte sie dort den kompletten Schubert-Sonatenzyklus an vier Abenden zur Aufführung. Ihre künstlerische Tiefe wird auch von der Fachkritik hochgeschätzt. So hob das BBC Music Magazine in einer Rezension ihrer jüngsten Mozart-Einspielung hervor, dass ihr Spiel in seiner intellektuellen Redlichkeit an das von Alfred Brendel erinnere.
Im Zentrum ihres Hamburger Debüts stehen die Komponisten, die ihr künstlerisches Schaffen prägen: Schumann, Brahms und Schubert. Mit feinem Gespür für Klangfarben, poetischer Tiefe und struktureller Klarheit widmet sich Ran Jia der romantischen Klavierliter – einem Spannungsfeld zwischen intimer Lyrik und monumentaler Klangarchitektur. Während Schumanns Arabeske von poetischer Leichtigkeit und empfindsamer Klangfantasie geprägt ist, entfalten Brahms’ monumentale Händel-Variationen und Fuge eine große architektonische Kraft. Einen besonderen Stellenwert nimmt Schuberts letzte Sonate D 960 – ein Werk von existenzieller Weite und stiller Transzendenz, das seit vielen Jahren im Zentrum von Ran Jias künstlerischer Auseinandersetzung mit Schubert steht.
BESETZUNG
Ran Jia Ran Jia Klavier
PROGRAMM
Robert Schumann
Arabeske C-Dur op. 18
Johannes Brahms
Variationen und Fuge über ein Thema von Georg Friedrich Händel B-Dur op. 24
- Pause -
Franz Schubert
Sonate für Klavier B-Dur D 960