Die Mongolei gilt nicht gerade als Hot Spot der internationalen Jazz-Szene. Die Pianistin und Komponistin Shuteen Erdenebaatar ist jedoch gerade dabei, das zu ändern. In der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar geboren, zog sie 2018 nach München und mischt seitdem die europäische Jazz-Szene auf. Mit ihrem hochkarätig besetzten, »enorm vitalen Quartett auf der Höhe der Zeit« (Rondo Magazin) wurde sie beim Deutschen Jazzpreis 2024 als »Ensemble des Jahres« ausgezeichnet.
Musikalisch ergänzen sich die vier jungen Ausnahmemusiker, die alle auch mit ihren eigenen Projekten erfolgreich sind, perfekt: Über Erdenebaatars warmen, minimalistisch-repetitiven Klavier-Pattern erhebt sich der sanft-kratzige Klang des Tenor-Saxofonisten Simon Comté, der zusammen mit dem befreundeten Bassisten Nils Kugelmann bereits von der renommierten WDR Big Band gefeatured wurde. Darunter sorgt der Schlagzeuger Amir Bresler unaufdringlich aber unglaublich lebendig für den passenden Groove. Eine ganz eigene Mischung, die sich charmant sämtlichen Kategorisierungsversuchen entzieht.
Das Erfolgsgeheimnis ist so einfach wie effektiv: »In meine Musik fließt sehr viel von meiner persönlichen Geschichte und meinen Begegnungen mit anderen Menschen ein«, sagt Shuteen Erdenebaatar. »Ich habe unterschiedliche musikalische Hintergründe, komme ursprünglich aus der Klassik und habe als Jugendliche auch viel Rock und Pop gehört.« Das hört man ebenso wie die große emotionale Tiefe ihrer Musik, die sie mit ihren verschiedenen Heimaten verbindet: »Was sicherlich in meiner Musik drinsteckt, sind die Landschaft, die Natur, die Weite und die Mentalität der Menschen«, so die Pianistin. Mit ihrem aktuellen Album »Bright Folk« setzt sie ihren ganz persönlichen Weg fort und vereint gefühlvolle Jazz-Klänge mit ihrer klassisch-europäischen Prägung und dem großen mongolischen Erbe.
BESETZUNG
Shuteen Erdenebaatar Quartet jazz ensemble
Simon Comté saxophone
Shuteen Erdenebaatar piano
Nils Kugelmann bass
Amir Bresler drums
PROGRAMM
»Bright Folk«