Mit den Werken von Stanislav Libenský und Jaroslava Brychtová präsentiert das Glasmuseum zwei herausragende Künstlerpersönlichkeiten und Wegbereiter der tschechischen Glasplastik.
Durch ihre innovative Herangehensweise begründeten Libenský und Brychtová eine neue Wahrnehmung von Glas als skulpturalem Werkstoff, den sie mit ihren vielfältigen Arbeiten auf höchstem Niveau etablierten. Als erste Künstler präsentierten sie 1958 auf der Expo in Brüssel formgeschmolzene Glasplastiken. Seither wurde Glas zunehmend nicht mehr nur als Gebrauchsglas oder dekoratives Kunsthandwerk, sondern als vollwertiges Medium der freien Kunst anerkannt.
Brychtová experimentierte früh mit dem Schmelzen von Glas in Formen und übertrug die zweidimensionalen Entwürfe Libenskýs mithilfe von Tonmodellen in die dreidimensionale Form. So entstanden skulpturale Werke, die Licht, Struktur und Materialität neu definierten. Libenský und Brychtová beschäftigten sich mit geometrischen Formen und optischen Effekten. Dabei wurde Licht zu einem zentralen gestalterischen Element: Es durchdringt die Glaskörper und erzeugt durch negative Modellierung unterschiedliche Farbintensitäten und räumliche Tiefe.
Stanislav Libenský und Jaroslava Brychtová zählen zu den visionärsten Persönlichkeiten der modernen Glaskunst – Pioniere, die das weltweite Verständnis dieses Mediums grundlegend gewandelt haben und deren Zusammenarbeit Werke hervorbrachte, die maßgeblich zur Entwicklung der modernen Glasästhetik beitrugen.