APPETIT entspringt keinem Mangel. Er ist Ausdruck einer zielgerichteten Lust und ein Raum der Vorahnung - wie etwas schmeckt, noch bevor es die Zunge berührt. In der Ausstellung wird Verzehr Ausgangspunkt einer Untersuchung von weiblichem Begehren und der Komplexität an Gefühlen, die mit diesem einhergehen.
Die drei gezeigten Positionen, Michelle Jekel, Irina Prager und Isabelle Weber, verhandeln interdisziplinär, wie Essen zu einer Chiffre für viel tiefer liegende Dynamiken dient.
Etwas restlos in sich aufzunehmen und körperliche Grenzen zu überschreiten, erzählt von intimster Nähe ebenso wie von potenzieller Auslöschung. In den gezeigten Arbeiten finden sich diese Gleichzeitigkeiten immer wieder. Sie wurzeln in einem tief belasteten Verhältnis zur eigenen Sexualität. In einer Realität voller Maßregelungen und latenter Bedrohungen lässt sich die reine Lust nicht mehr von dem Wissen um die eigene Verletzlichkeit trennen.