Manche Werke altern nicht, sie treiben neu aus. Beethovens Fünfte gehört dazu. Riccardo Minasi und das Ensemble Resonanz stellen Beethovens Sinfonie nicht ins Museum, sondern unter freien Himmel. Sie interessieren sich bei diesem Evergreen weniger für das Pathos als die Energie darunter – das, was treibt, kippt und atmet. Auch Schumanns a-Moll-Konzert entfaltet sich in der Konstellation neu. Der spanische Cellist Pablo Ferrández setzt einen lyrischen Gegenpol, mit großer Präsenz und einem Ton, der Nähe schafft.
Als Principal Guest Conductor des Ensemble Resonanz verbindet Riccardo Minasi historische Neugier mit unmittelbarer Bühnenenergie. Seine Arbeit zeigt, wie sehr vertraute Werke gewinnen, wenn man sie nicht verwaltet, sondern freilegt. Präzision wird dabei zum Mittel der Zuspitzung, rhythmische Schärfe zum Motor, Transparenz zur Voraussetzung für Risiko.
Caroline Shaws »Entr’acte« lockert an diesem Abend den Boden, bringt historische Formen in Bewegung und öffnet den Raum. Schumanns Cellokonzert bringt Wärme ins Spiel, ein Stück von großer Nähe, das von innen heraus erzählt, in langen atmenden Linien, die sich entfalten, ohne sich aufzudrängen. Pablo Ferrández gestaltet diesen Austausch mit gesanglichem Ton und feiner Differenzierung. Und dann Beethoven. Vier Töne – und alles gerät in Bewegung. Musik, die weiterwächst.
Immergrün ist hier keine Farbe, sondern Gegenwart.
BESETZUNG
Ensemble Resonanz Kammerorchester
Pablo Ferrández Violoncello
Riccardo Minasi Dirigent
PROGRAMM
Caroline Shaw
Entr’acte
Robert Schumann
Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129
- Pause -
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67