Jimmy's Hall, Drama 2014, Irland, Regie: Ken Loach, Darsteller: Barry Ward, Simone Kirby, Andrew Scott, Jim Norton, Brían F. O'Byrne, Dauer: 109 Minuten, FSK 6, im Verleih von Pandora
Loachs Film spielt im Irland der 1930er Jahre, also nur zehn Jahre später als sein Gewinnerfilm (Goldene Palme, 2006) The Wind That Shakes The Barley. Jimmy (Barry Ward), der die letzten zehn Jahre im amerikanischen Exil verbracht hat, kehrt nach Hause zurück — zum Entzücken seiner Mutter und vieler anderer Bewohner der abgelegenen Gegend, aber auch zum Gram einiger rechtspopulistischer Bewohner und des örtlichen Priesters. War es doch Jimmy, der damals, bevor er fliehen musste, eine Gemeindehalle eröffnete in der jeder willkommen war. Und zwar nicht nur zum Tanzen, sondern auch um kostenlosen Unterricht in verschiedenen Künsten zu bekommen. Also Spaß und Bildung in Eigenregie und ganz ohne die Kirche? Das geht nun wirklich nicht. Das ist ja… das ist ja… Kommunismus!
Loach zeigt sich in Jimmy’s Hall von seiner ganz und gar klassischen Seite. Kein Schnickschnack, keine Extras, einfach die Geschichte in Aufrichtigkeit und mit Leidenschaft erzählt. Der Film ist Sozialdrama durch und durch und entwickelt vor allem durch seine Subtilität eine stille Stärke. Hier mag er auch manchen Zuschauer verlieren, denn das wird nicht jedem reichen. Einige mögen sich auch an Loachs unkaputtbarem Idealismus stören, der hier vor allem durch Jimmy selbst wieder zum Vorschein kommt. Aber mal ganz ehrlich, das ist eine wirkliche Erfrischung neben all den zynischen Filmen, den dystopischen und denen, die Reichtum zelebrieren, als sei er eine neue Religion. Gönnen wir uns selbst und Loach in seinem letzten Akt ein wenig Revolutionsromantik. Und warum nicht auch mal wieder auf die Geschichte schauen und diese mit der momentanen Lage in Europa vergleichen. Wie sagte einst Laurence Peter: „Die Geschichte lehrt vieles, nur hört niemand zu.“ (Festivalkritik Cannes 2014 von Beatrice Behn)
Fr. 12. Juni 2026, Beginn 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr), ZusammenLeben e.V., Wohldorfer Damm 20, 22395 Hamburg (nahe der Kirche Bergstedt)
Eintritt frei und ohne Voranmeldung - Spenden sind sehr willkommen!
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