Ein Blick in das Gesicht einer Blüte. Fünf Blütenblätter, Staubgefäße, Stempel – ein starkes Gegenüber, offen und in voller Schönheit, und doch so zart, verletzlich und vergänglich. Einzeln und freigestellt vor schwarzem Grund. Blumenstillleben einer besonderen Art.
Steffen Diemer, Jahrgang 1966, arbeitete Jahrzehnte als Fotograf für internationale Magazine, war weltweit unterwegs – auch als Kriegsfotograf in Krisengebieten. Bis zu seinem Burnout. 2011 entdeckte er die Langsamkeit des Nass-Kollodium-Verfahrens, einer fotografischen Technik von 1852: Eine schwarz beschichtete Glasplatte, frisch präpariert mit Chemie und lichtempfindlichem Material, fängt das Licht der Pflanzen ein. Jedes Bild ein Unikat.
Ein längerer Aufenthalt in Japan hat diesen verlangsamten, achtsamen Blick auf die Natur befördert – Steffen Diemers Bilder sind poetische Meditationen über Schönheit und Einzigartigkeit – und über die Vergänglichkeit, die uns der Künstler so eindrucksvoll festhält.