Die Kuratorin der Ausstellung Nadine Isabelle Henrich führt im offenen Dialog durch die zwei Einzelausstellungen AKOSUA VIKTORIA ADU-SANYAH – RESIDUAL SKY UNDER CONTAMINATION und ABDULHAMID KIRCHER – ROTTING FROM WITHIN im Rahmen der 9. Triennale der Photographie im PHOXXI.
Die Praxis der deutsch‑ghanaischen Künstlerin Akosua Viktoria Adu‑Sanyah (*1990) zeichnet sich durch großformatige analoge Handabzüge aus. In manuellen und chemischen Prozessen verschiebt und erweitert sie die Grenzen der Fotografie. Die flüchtigen Zustände – sonst nur in der Dunkelkammer erlebbar – überträgt sie dabei in den Ausstellungsraum und macht das Ungesehene, Latente und Prozesshafte des Mediums wahrnehmbar.
»Ich sehe meine Arbeiten oft als verwundete Körper, die etwas überlebt haben. […] In meiner Dunkelkammer praktiziere ich eine Form der Reanimation, um ihren Zustand zu verändern.« –Akosua Viktoria Adu-Sanyah
Der deutsch‑türkische Künstler Abdulhamid Kircher (*1996) setzt sich in seiner analogen fotografischen Praxis mit den Folgen von Patriarchat und Gewalt sowie mit der Suche nach Versöhnung und Intimität auseinander. Seine Arbeit versteht er als fragmentarisches, lebendiges Familienalbum, in dem die Kamera sowohl als Schutzschild fungiert als auch einen legitimierenden Rahmen für die neue Nähe zwischen Vater und Sohn schafft.
»Vielleicht bin ich es, der ihn zuerst lieben muss.« –Abdulhamid Kircher