Drei Männer, drei Generationen, drei Entscheidungen auf die Frage: Was tue ich, wenn es zum Krieg kommt? Der namenlose Ich-Erzähler im Monolog „Nur über meine Leiche” reflektiert drei Generationen des Umgangs mit Kriegen und Wehrdienst in seiner Familie. Von seiner eigenen Verweigerung ausgehend taucht er in die Geschichte seines Großvaters ein, der 1940 als Landesverräter angeklagt und nach Sachsenhausen deportiert wurde. Über seinen Vater und dessen Inhaftierung während seines Wehrdienstes bei der französischen Armee schlägt der Ich-Erzähler die Brücke in die Gegenwart: Wie würde ich mich heute entscheiden, wenn es zum Krieg kommt? Vor dem Hintergrund einer neu aufkommenden Debatte um Kriegstüchtigkeit und Wehrdienst, fragt das Stück nach den gesellschaftlichen und persönlichen Traumatisierungen, die im Faschismus wurzeln und bis in die Gegenwart prägen. „Erleben wir das Aufkommen eines neuen Faschismus?“, fragt der Ich-Erzähler. „Nein, so einfach ist es nicht“, beschwichtigt er. „Und doch brauchen wir nicht so tun, als gäbe es zwischen meinem Großvater und dem Leichenkarren, auf dem er in Sachsenhausen die Ermordeten zu den Verbrennungsöfen bringen musste und dem hier und jetzt keine direkte Verbindung“.
NUR ÜBER MEINE LEICHE - von Olivier David Sonstige
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