Mit der Installation »Parlament der Ströme« lädt der spanische Künstler Carlos Monleón an Bord des Hafenkahns »Arca Futuris« zu einer akustischen Reise unter Wasser ein. Seine begehbare Klanginstallation macht auf gut 100qm erfahrbar, dass Schall auch ein taktiles Erlebnis ist – ganz besonders in Flüssen und für Fische.
Der 42-jährige Monleón schuf auf Basis wissenschaftlicher Daten und mikroskopischer Aufnahmen von Fischschuppen inspirierte biomorphe Keramikskulpturen und sammelte Gewässerklänge, teils mit eigens gebauten Geräten, die er zu einer Sound-Komposition verarbeitete.
Dabei fragt Carlos Monleón mit seiner Arbeit, was geschähe, würden wir nicht- menschlichen Wesen als gleichberechtigt verstehen. Er begreift den Menschen als Teil eines Netzes menschlicher und nicht-menschlicher Akteure und verschiebt den Fokus auf die Zirkulations- und Stoffwechselprozesse der Flüsse. Monleón nutzt Schall als Eintrittstor in die Welten nicht-menschlicher Wesen und Gewässer. Durch Aufnahme, Verdichtung und Neuanordnung der ungewohnten Unterwasserklänge übersetzt er die akustische Flussökologie in eine Klanglandschaft, die sechs Wochen lang auf dem Schiff »Arca Futuris« im Museumshafen Oevelgönne zu erleben ist.
Die multi-sensorische Klanginstallation ist in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Hydrobiologie der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) entstanden und verbindet künstlerische und wissenschaftliche Methoden.
Diese erlebnisreiche Arbeit ist das Ergebnis einer künstlerischen Forschung, die Monleón 2024/25 für Arca Futuris durchführte.
Kuration: Anne Faucheret, Viktor Hois
Künstlerbiographie Carlos Monleón:
Carlos Monleón (*1983 in Madrid, Spanien) erforscht Stoffwechsel und Evolution als Prozesse des Austauschs, der Zirkulation und der Assimilation. Durch seine skulpturalen und Klang-Arbeiten inszeniert er Orte, an denen Geschmack, Geruch und Klang zu Werkzeugen der kollektiven Wahrnehmung werden.
Seine forschungsbasierte, multidisziplinäre Praxis wurde u. a. bei LUMA Arles, der Tallinn Biennale, HIAP Helsinki sowie den Design-Biennalen Porto und Istanbul gezeigt.
Über Arca Futuris:
Arca Futuris ist der Name eines ehemaligen Hafenkahns, etwa 30 Meter lang und 6,50 Meter breit. Heute ist es ein künstlerisches Forschungsschiff mit eigenen Ausstellungsräumen und dem Heimathafen Hamburg. Arca Futuris versteht sich als Zukunftsplattform bei der sich Kunst, Wissenschaft und inklusiver, gesellschaftlicher Dialog miteinander verbinden. Das Ziel ist, gesellschaftliche Gräben zu überwinden und neue, kooperative Visionen zu entwickeln.
Im Mittelpunkt stehen dabei Ansätze des künstlerischen Forschens, die durch interdisziplinäre und partizipative Prozesse realisiert werden. Arca Futuris macht die Fragen der Zukunftsgestaltung greifbar und veränderbar.
Initiiert wurde Arca Futuris vom Künstler Claudius Schulze. Entstanden ist ein gemeinschaftlich genutzter, offener schwimmender Raum. Arca Futuris ist nicht nur ein Ausstellungsraum für Kunst, sondern auch eine inklusive Communityplattform, die mit verschiedenen Bildungsinitiativen und Sozialraumpartnern kooperiert.